Umstrittene "Bild"-Kampagne für Flüchtlinge: BVG veröffentlicht Straßenbahnfoto mit St.-Pauli-Logo

Mit einem Foto-Kommentar haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihre Unterstützung für den Hamburger Fußballverein St. Pauli ausgedrückt. Am Donnerstag veröffentlichte die BVG im Namen ihrer "Weil wir dich lieben"-Kampagne ein Foto auf Facebook, das eine Straßenbahn mit dem St. Pauli-Logo zeigt.

Der Verein war am Donnerstag in die Schlagzeilen geraten, weil er die "Bild"-Aktion "Wir helfen" für Flüchtlinge boykottiert - um keine Werbung für das Springer-Blatt zu machen. Daraufhin hatte St. Pauli im Netz eine Welle der Solidarität von Fußballfans ausgelöst. "Ist eigentlich gerade etwas im Internet los? Eher nicht, oder? Daher heute einfach mal nur ein Foto einer Tram", lautet der subtile Text zum Foto der BVG. Bis Freitagnachmittag wurde es bereits fast 200 mal geteilt und erhielt 1600 Likes.

Erst beim Blick auf das Bild und die Facebook-Kommentare fällt auf, dass sich das Posting tatsächlich auf die Debatte um "Wir helfen" in den Bundesliga-Stadien bezieht. Allerdings handelt es sich laut Angaben des BVG-Sprechers Markus Falkner nur um eine Bildmontage.

"Das Foto wurde eigens für die 'Weil wir dich lieben'-Kampagne angefertigt", erklärt Falkner. Damit soll eine Diskussion um die Bild-Hilfskampagne angeregt werden. Wie sich die BVG politisch zur Flüchtlingsdebatte positioniert, wollte der Sprecher nicht weiter erläutern. Er wies darauf hin, dass das Bild lediglich eine Maßnahme innerhalb der "Weil wir dich lieben"-Kampagne sei.

Mit der Kampagne "Wir helfen" möchte die "Bild"-Zeitung in Kooperation mit dem Versandunternehmen Hermes Solidarität gegenüber Flüchtlingen ausdrücken. Auch Prominente, Politiker und Fußballvereine werden dazu aufgerufen, sich öffentlich mit dem Logo der Kampagne zu zeigen. Eine Aktion, die umstritten ist.

Der Fußballverein FC St. Pauli hatte als erster Verein die Kampagne boykottiert, da er Werbung für die Bild nicht unterstützen wollte. Nach St. Pauli folgten unter anderem der Berliner Zweitligist 1. FC Union, SC Freiburg und der 1. FC Nürnberg.

Dass die Berliner Verkehrsbetriebe kein Logo des Hauptstadt-Clubs nutzten, wurde dann auch gleich kritisiert: "Berliner Straßenbahnen sollten auch ein Logo vom Verein haben, der direkte Verbindung zur Straßenbahn hat. Eisern", schrieb der Facebook-Nutzer Jan G. Die Antwort der Initiatoren von "Weil wir dich lieben": "Ja, aber bei Union wäre es nicht so klar geworden, worum es geht." (BLZ)