Ein Neuköllner Apotheker wirbt in seinen Kondompackungen fürs Kinderkriegen. Ein entsprechender Zettel tauchte nun bei Twitter auf. Darauf heißt es:

"Bitte werben Sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Verhütungsmitteln: Setzen Sie sich ein für eine grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft, Kinder zu bekommen und für eine sorgsame Abwägung bei der Entscheidung für ein Verhütungsmittel - im Bewusstsein der Lebensbereicherung durch Kinder! Herzlichen, lieben Dank! Ihr Andreas Kersten."

Auf Anfrage bestätigt der Apotheker, Zettel mit eben dieser Aufforderung in seine Kondompackungen zu legen. Näher möchte er sich aber nicht zu dem Thema äußern.

Twitternutzerin Salomé Balthus findet das nicht witzig. "Unverschämt!", schreibt sie zu dem Foto.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kersten mit seiner Undine-Apotheke in der Bürknerstraße am Maybachufer für Empörung sorgt. Der Katholik verkauft die Pille danach nicht. Aus Gewissensgründen, wie er sagt. Die Pille danach ist seit März 2015 rezeptfrei in Deutschland erhältlich.

In den vergangenen Jahren ist Kerkners Apotheke schon häufig zum Ziel von Farbanschlägen und Plakatierungen geworden, oft um den 8. März herum, den Weltfrauentag.

Auch als Antwort auf den "Marsch für das Leben" wurde der Laden im September 2014 mit Farbbomben beworfen, wie es in einem Beitrag bei indymedia heißt. Weiter steht dort: „wer "aus gewissensgründen" meint frauen das recht auf selbstbestimmung streitig machen zu müssen, darf sich nicht wundern, wenn er "aus gewissensgründen" seinen laden demoliert bekommt."