Potsdam - Als Jens-Uwe Schade das Deckblatt des neuen Hochglanz-Kalenders des Landesforstbetriebs sah, da war er nach eigenen Worten erst einmal ein paar Minuten sprachlos. Auf dem Titelblatt prangte dem Sprecher des Agrarministeriums unter der Schlagzeile „Gut bedacht – Forstgebäude des Landesbetriebs Forst Brandenburg“ die Revierförsterei Schorfheide (Barnim) entgegen. Schade informierte seinen Minister, am Montag stoppte das Ministerium die Auslieferung der 2000 Exemplare des Kalenders, der eigentlich Werbung für die Arbeit des Landesbetriebs machen sollte.

Die Revierförsterei ist kein normales Forsthaus. „Es ist ein Gebäude mit Geschichte“, sagt Schade. Die Försterei gehörte einst zum Landsitz Carinhall des Reichsmarschalls Hermann Göring, der im Nationalsozialismus zum engsten Führungskreis Adolf Hitlers zählte. Auf der Rückseite des Kalendertitelblatts ist davon nichts zu lesen. Dort steht lediglich, dass das Anwesen „1935 auf Befehl des Reichsforstmeisters Göring im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau seines Landsitzes Carinhall erbaut“ wurde. Zudem ist von einer „heimatgerechten“ Bauweise und der passenden Farbgebung des Gebäudes durch schwarzbraune Gehölze die Rede. Für Schade ein völlig unsensibler Begleittext.

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