Berlin - Die Klima-Proteste in Berlin gehen weiter: Umweltaktivisten haben am Dienstag Kunstblut an die CDU-Zentrale  in Tiergarten gesprüht. „Klimapolitik blockieren = mehr Todesopfer“, stand auf einem Plakat, das eine Gruppe vor dem Konrad-Adenauer-Haus hochhielt. Einige Dutzend Demonstrierende besetzten zudem den Zugang zum Deutschen Bauernverband und später die Straße vor dem Landwirtschaftsministerium nahe dem Regierungsviertel. Die Polizei war jeweils vor Ort, sperrte Straßen ab, redete mit den überwiegend jungen Aktivisten und versuchte, die Sitzblockaden aufzulösen. Größere Verkehrsbehinderungen blieben aus.

Am Nachmittag zogen zwei Demonstrationen mit laut Organisatoren 3000 Teilnehmenden durch den Innenstadtbereich, einer von der CDU-Zentrale aus, ein weiterer startete vor der SPD-Zentrale. Beide trafen sich am Brandenburger Tor und zogen zur Abschlusskundgebung am Invalidenpark in Mitte nahe der Zentrale der Grünen weiter. Vorab waren schon einige Aktivisten und Aktivistinnen unter dem Motto „August Rise Up“ unterwegs, unter anderem das Bündnis Extinction Rebellion, das am Montag kurzzeitig den Platz des 18. März und den Monbijoupark besetzt hatte. Beides wurde von der Polizei unter kleineren Reibereien aufgelöst.

An dem Kunstblut-Protest an der CDU-Zentrale hätten zehn bis 15 Personen teilgenommen, sagt Tino Pfaff, Sprecher bei Extinction Rebellion. Einige hätten sich dort auch festgeklebt. „Das war eine eigenständige Aktion, die nichts mit dem Protest-Zug später zu tun hatte. Es gibt so viele Gruppen, so läuft das eben mit einer Rebellion.“

Kritik an Landwirtschaftskonzernen

Beim Bauernverband nahe der Friedrichstraße setzten sich die Demonstranten am Morgen direkt vor die Türen und auf das Vordach, wie auf Fotos zu sehen ist. Einzelne Demonstranten pressten ihre Hände gegen die Türen - laut dem Bündnis hatten sie sie angeklebt. Die Polizei sprach von etwa 70 Teilnehmern.

Das Bündnis aus vielen Initiativen, darunter auch Extinction Rebellion, kritisierte die Landwirtschaftskonzerne, die für zerstörte Böden und Emissionen verantwortlich seien. Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, erwiderte: „Gebrüll und Schüttelreime - mit diesem unterirdischen Niveau können wir nichts anfangen.“ Mittags setzten sich etwa 100 Demonstranten vor das Landwirtschaftsministerium in der Wilhelmstraße. Die „Umweltzerstörung und Klimazerstörung der Industrie kann so nicht weitergehen“, schrieb das Bündnis im Internet.

Weitere Blockaden von Straßen, Kreuzungen und Gebäuden sind für den Rest der Woche angekündigt. Das Bündnis warf der Polizei einen übertrieben großen Einsatz vor. Einige geplante Aktionen hätten wegen der großen Polizeipräsenz nicht stattgefunden. (mit dpa)