Brandenburg: Die illegalen Müll-Lager von Kriminellen kosten Millionen

Derzeit gibt es in Brandenburg 51 illegale Müllplätze, die vom Land beseitigt werden müssen. Das ist teuer und dauert oft Jahre.

Oft wird Müll unter freiem Himmel gelagert.
Oft wird Müll unter freiem Himmel gelagert.imago/Rainer Weisflog

Müll ist nicht nur einfach Abfall, der in Tonnen landet. Es ist ein Wirtschaftsgut. Es wird nicht nur der alltägliche Unrat der Bürgerinnen und Bürger entsorgt, sondern es mischen auch Kriminelle mit. Denn es ist ein Milliardengeschäft.

Das wird auch an illegalen Abfalllagern klar, die es überall gibt. Im Land Brandenburg sind es derzeit offiziell 51 illegale Abfalllager in ehemaligen Abfallbetrieben, für die das Landesamt für Umwelt zuständig ist. Nach Angaben des Amtes erfolgte inzwischen die Beräumung von 19 Anlagen durch private Verantwortliche. Dies sei aber oft nur nach langwierigen Verwaltungs- und Gerichtsverfahren erfolgt. In drei Fällen seien Neugenehmigungen für die Müllanlagen erteilt worden. In fünf Fällen hat das Land die Kosten für die Beräumung übernommen.

Der Müll lagert dort seit 20 Jahren

Ein Beispiel ist das illegale Abfalllager am Treuenbrietzener Tor in Luckenwalde, südlich von Berlin. Auf dieser Anlage lagerten nach Ministeriumsangaben 20 Jahre lang Abfälle der insolventen Recyclingfirma RZL Luckenwalde. Meist lagen die Haufen unter freiem Himmel. Ein Großteil sei nun beseitigt worden. Auch wurden marode Gebäude abgerissen. „Im Jahr 2022 sind somit 10.800 Tonnen abgeräumt worden – zusammen mit den 2021 beseitigten Abfällen konnten insgesamt 18.000 Tonnen beseitigt werden“, teilte das Ministerium mit.

Der Platz in Luckenwalde gehört zu jenen illegalen Abfalllagern in Brandenburg, für die es keinen Verantwortlichen mehr gibt. Für deren Beseitigung müssen somit Mittel der öffentlichen Hand eingesetzt werden.

Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide sagte: „Ohne großes Trara wird höchst professionell eine der größten Umweltlasten in unserer Stadt abgetragen.“ Das Land habe mit einem Millionen-Einsatz für ein Happy End gesorgt.

„Die Beseitigung der Hinterlassenschaften gewissenlos oder verbrecherisch handelnder Abfallunternehmer bindet finanzielle Mittel und personelle Ressourcen des Landes“, sagte Ulrich Stock, zuständiger Abteilungsleiter im Landesumweltamt. 2022 konnte die Beseitigung von zwei weiteren Lagern sichergestellt werden.