Umweltbonus: Berliner verschmähen Förderung für Elektroautos

Eigentlich sollte der im Juli eingeführte sogenannte Umweltbonus die Nachfrage nach Elektroautos im Land ankurbeln, wie einst die Abwrackprämie den Absatz herkömmlicher Automobile nach oben hievte. In der Praxis erwies sich die E-Mobil-Prämie bislang indes als wenig wirksam. Aus Sicht des Berliner Neuwagenkäufers muss sie sogar als Flop bezeichnet werden. Denn laut Zwischenbilanz des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden bis Ende Oktober von bundesweit 3343 Anträgen auf Zuschuss zu einem reinen Elektroauto gerade mal 51 Anträge in Berlin gestellt.

600 Millionen Euro stehen zur Verfügung

Die Kaufprämie war im Juli eingeführt worden und belohnt die Entscheidung für einen voll- oder teilelektrifizierten Neuwagen. Wer ein reines Elektroauto kauft, bekommt demnach 4000 Euro. Kauft man einen Pkw mit Plug-In-Hybridantrieb, also der Kopplung von Strom- und Verbrennungsmotor samt separat aufladbaren Akkus, gibt es 3000 Euro. 600 Millionen Euro stehen für diese Prämie zur Verfügung. Die Finanzierung tragen Bundeshaushalt und Automobilindustrie jeweils zur Hälfte.

Die magere Reaktion auf die Prämie offenbart, dass der Berliner Autofahrer dem privaten Strommobil nach wie vor eher skeptisch gegenüber steht, zumal insgesamt nur etwa die Hälfte der Anträge auf den Umweltbonus von Privatpersonen gestellt wurden. Tatsächlich ist das Elektroauto in Berlin ein rares Gefährt. Zum Jahresbeginn waren nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes nur 1445 der zusammen knapp 1,2 Millionen Pkw mit B-Kennzeichen reine Elektroautos. Damit kamen auf einen E-Pkw 815 Autos mit Verbrennungsmotor. Und seit Jahresbeginn hat sich an diesem Verhältnis nicht viel verändert. In den ersten zehn Monaten des Jahres wurden in der Stadt 71.414 fabrikneue Pkw zugelassen. Davon hatten 233 Auto keinen Auspuff.