Umweltpläne am Müggelsee: Bürgermeister Igel stichelt gegen Naturschutz

Die Umweltpläne des Senats für den Müggelsee stoßen im Bezirk Treptow-Köpenick auf starken Widerstand. Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) stellt sich auf die Seite der Bootsbesitzer und Wassersportvereine, die am Sonnabend gegen die geplanten Naturschutzzonen protestiert hatten.

Wie zuvor die Demonstranten wendet sich Igel gegen Sperrgebiete an weiten Teilen des Ufers, für die Anlegestellen, Bootshäuser und Vereinsheime weichen müssten.

Bemüht um Kompromiss mit Senat

„Es ist falsch, Naturschutz und Naherholung als Gegensätze zu begreifen“, sagte Igel der Berliner Zeitung. Am Großen Müggelsee sei in den vergangenen 25 Jahren viel beim Umweltschutz erreicht worden. Die Tier- und Pflanzenwelt habe sich gut entwickelt. „Aber für die Menschen und ihr Bedürfnis, Berlin vom Wasser aus zu erleben, muss auch noch Platz sein“, so Igel.

Um einen Kompromiss mit dem Senat zu erreichen, bemühten sich der Bezirk und Vertreter des Sports um Verhandlungen mit Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). „Dabei konnten wir bereits erreichen, dass es keine grundsätzliche Verdrängung des Wassersports mehr geben soll“, so Igel.

Er rechnet damit, dass der Senat zwar eine Umweltverordnung mit Einschränkungen für Motorboote erlassen wird. Aber, und auch das sei ein Zugeständnis, nach zwei Jahren soll die Verordnung noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden.

Das Bündnis Bootsdemo Berlin schlug eine „Müggelsee-Konferenz“ vor

Trotzdem erwartet der Kommunalpolitiker noch „zähe Verhandlungen“, etwa über die Frage der Steganlagen. „Man darf die Stege nicht einfach wegrasieren, sondern wird in jedem Einzelfall zwischen privaten Interessen und Umweltschutz abwägen müssen“, so Igel.

Um einen Kompromiss zu erzielen, schlug das Bündnis Bootsdemo Berlin am Donnerstag eine „Müggelsee-Konferenz“ vor. An ihr sollen nicht nur die bisherigen Verhandlungspartner teilnehmen können, sondern auch Privatanlieger und Geschäftsleute. Es sei an der Zeit für einen „Dialog ohne Zoff“, hieß es.