Berlin-Kreuzberg - Stille Wasser sind tief – im Falle der Spree reicht das nicht. Das Gewässer, das derzeit so ruhig durch das Flussbett wabert, ist auch dreckig und vermüllt. Denn auf dem Grund des Flusses liegen sie in Massen: Einkaufswagen, Fahrräder, Leih-Roller. Entsorgt von Menschen ohne Grips, die scharf sind auf ein lautes Platschen. Der Schrott unter der Wasseroberfläche ist vor allem jenen, die das Wasser lieben, ein Dorn im Auge. Die Initiative „Spree:publik“ geht deshalb nun gegen den Müll vor – mit Enterhaken.

Kein anderes Boot ist weit und breit zu sehen, ungebrochen fließt das Wasser durch die Bögen der Oberbaumbrücke. Vielleicht liegt es am Wind, der erbarmungslos und eisig pfeift? An Deck des Kahns „Rockfisch“ herrscht trotz klirrender Kälte Betrieb, denn der Naturschutz duldet keinen Aufschub. „Vor allem die E-Bikes holen wir lieber aus dem Wasser, so schnell es geht“, sagt Boots-Chef Jan Ebel. „Denn die Akkus sind hochgiftig. Die sollten sich im Wasser lieber nicht auflösen.“ Er holt aus, wirft ein Seil ins Wasser, am Ende ist ein Enterhaken befestigt. Ebel wirft einen Blick hinterher. „Hier ist alles voll“, sagt er.

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