Herr Larisch, Herr Böhm, für die meisten Menschen ist ein Umzug die Hölle. Wie ist es bei Ihnen?

Alexander Larisch: Ich widme mich gern neuen Projekten, was oft einen Ortswechsel bedeutet. Das heißt aber nicht, dass ich gern umziehe.

Wann zum letzten Mal?

Larisch: Vor drei Jahren, von Wien nach Berlin. Das war keine große Sache.

Worauf muss man besonders achten, um nicht im Chaos zu versinken?

Larisch: Gut planen und dann so schnell wie möglich alles hinter sich bringen.

Wie jetzt in Schönefeld.

Roland Böhm: Das Management zu Hause ist doch etwas anders.

Larisch: Zu Hause zieht man mit seiner Frau um, hier sind es 190 Nutzer. Da gibt es die Fluggesellschaften, die Bodenabfertigung, und es gibt auch die Currywurstbude.

Wann hat die Planung begonnen?

Böhm: Vor ungefähr vier Jahren.

Larisch: Der Umzug selbst ist ja nur ein Teil des Ganzen, es gibt noch das, was wir operative Inbetriebnahme nennen. Dieser sechsmonatige Probebetrieb beginnt am 24. November und geht bis Mitte Mai.
Böhm: Die Testphase ist absolut notwendig. In London-Heathrow ist der Umzugsverantwortliche morgens um sechs ins Bett gegangen und dachte, alles wäre toll gelaufen. Es war auch alles rechtzeitig am richtigen Ort...

...aber die Gepäckförderanlage funktionierte nicht.

Larisch: Es war nicht mal die Gepäckanlage. Die hat funktioniert.

Böhm: Es waren ganz kleine Sachen, die schief gelaufen sind.

Larisch: Die Mitarbeiter hatten Probleme, ihre Parkplätze zu finden. Weil sie ihre Parkplätze nicht gefunden haben, sind sie zu spät an die Personalkontrollen gekommen. Die Personalkontrollen waren nicht ausreichend besetzt, so dass die Mitarbeiter nur mit großen Verzögerungen rein kamen. Als oben der Check-in begann, waren die Abfertiger noch nicht an den Gepäckbändern, um die Koffer runter zu nehmen. So liefen die Bänder voll, erst eins, dann zwei, dann alle. Und dann stoppte die Anlage automatisch.

Böhm: Für uns ist das, wenn man so will, ein Glücksfall. Wir wissen, dass wir diesen Fehler nicht machen dürfen und jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsweg genau kennen muss.