Bei einem schweren Verkehrsunfall nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ist am Mittwochabend in Berlin-Charlottenburg eine Radfahrerin gestorben. Die Frau war unbeteiligt und mit ihrem Rad auf dem Fußweg unterwegs, teilte die Polizei am Donnerstagmorgen mit.

Bei dem Unfall sind außerdem mehrere Personen schwer verletzt worden, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Mehrere Fahrzeuge seien beteiligt gewesen. Die Feuerwehr war mit rund 60 Kräften im Einsatz.

Am Abend hatten Polizisten drei Männer dabei beobachtet, wie diese versuchten, eine Baumaschine zu stehlen. Als die ertappten Diebe mit ihrem Wagen flohen, nahmen Zivilpolizisten die Verfolgung auf. An der Brandenburgischen Straße Ecke Westfälische Straße konnte die Polizei den Fluchtwagen stoppen.

Um zu entkommen, setzte der Fahrer des Fluchtwagens zurück und erfasste dabei einen Polizisten. Der Beamte wurde zwischen zwei Autos eingeklemmt. Er wurde schwer verletzt in eine Klinik eingeliefert, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Den Flüchtenden gelang es zunächst zu entkommen.

Auf der Kreuzung Kantstraße/Winscheidstraße kam es dann zum Unfall, als die Flüchtigen bei Rot über die Kreuzung fuhren und dabei zwei Autos rammten. Das Fluchtfahrzeug kam ins Schleudern und erfasste die Radfahrerin auf dem Gehweg.

Die Frau wurde so schwer verletzt, dass sie noch am Unfallort verstarb. Nach Augenzeugenberichten soll es sich um eine junge Frau gehandelt haben, die ihr Rad geschoben hat. Auch die drei Männer im Fluchtwagen wurden verletzt und festgenommen. Ob sie einem Haftrichter vorgeführt werden, war am Donnerstagmorgen noch unklar.

Insgesamt sieben Menschen wurden vor Ort vom Notarzt versorgt. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, vier leicht. Betroffene Passanten wurden von Notfallseelsorgern betreut. Die Kantstraße war zwischen Suarezstraße und Kaiser-Friedrich-Straße gesperrt. (BLZ mit dpa)