Cottbus - Für den Tod der ägyptischen Studentin Shaden M. bei einem Unfall in Cottbus im April 2017 muss sich ab diesem Donnerstag der Autofahrer vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann fahrlässige Tötung vor. Zum Prozess sind mehrere Zeugen und Sachverständige geladen, wie das Amtsgericht Cottbus mitteilte. 

Dem Autofahrer wird vorgeworfen, in den frühen Morgenstunden des 15. April 2017 einen Unfall verursacht zu haben, bei dem die 22 Jahre alte Fußgängerin so schwer verletzt wurde, dass sie drei Tage später starb. Laut Anklage soll er mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h unterwegs gewesen sein, als er die Frau an der Straßenbahnhaltestelle im Bereich des Stadthallenvorplatzes ergriff. Sie soll unvermittelt auf die Straße getreten sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Tod der Frau vermeidbar gewesen wäre, hätte der Angeklagte die zugelassene Geschwindigkeit von 30 km/h eingehalten.

Ägyptische Studentin soll am Unfallort rassistisch beschimpft worden sein

Der tragische Tod von Shaden M. hatte für ein Debatte in der Öffentlichkeit gesorgt. Ein Beifahrer hätte die junge Frau rassistisch verhöhnt, hieß es zunächst. Die Ermittlungen gegen den Mann wurden allerdings später eingestellt.

Drei Tage nach dem Unfall starb Shaden M. in einem Krankenhaus.

Für den Prozess hat das Gericht zunächst zwei Verhandlungstage angesetzt. Da der Angeklagte zur Tatzeit Heranwachsender war, findet die Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht statt. (BLZ/dpa)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, die Studentin sei am Unfallort rassistisch beschimpft worden. Richtig ist aber, dass die Ermittlungen deswegen eingestellt wurden. Laut Staatsanwaltschaft hatten sich die Vorwürfe nicht erwiesen. Wir haben den Fehler korrigiert.