Berlin - Manch einer kauft sich für 300.000 Euro ein kleines Einfamilienhaus. Das Geld reicht auch noch für einen kleine Garten und eine Einweihungsparty. Andere wiederum legen 300.000 Euro für einen Ferrari auf den Tisch. Damit ist man mobil und wird beachtet. Das ist beim Einfamilienhaus nicht immer so.

Am Sonnabend kurz vor 18 Uhr war der Traum vom Ferrarifahren ausgeträumt. An der Kreuzung Kleiststraße, Ecke An der Urania prallte ein roter italienischer Sportwagen gegen einen Smart. Die beiden Fahrerinnen wurden verletzt. Autofans, die an der Unfallstelle vorüber liefen, hatten Tränen in den Augen. Was war geschehen?

Christine R., 27 Jahre alt, war mit ihrem Smart unterwegs. Sie fuhr mit ihrem 12.000 Euro teuren Wagen auf der Kleiststraße in Richtung Nollendorfplatz. An der Urania bog sie nach links ab. Ob sie den Ferrari nicht sah, der ihr entgegen kam, weil sie in Gedanken und deshalb abgelenkt war, weiß die Polizei noch nicht. Klar ist, dass beide Autos zusammenstießen. Während der italienische Wagen stehenblieb, dreht sich der Kleinwagen mehrfach um seine eigene Achse, bevor er gegen den Bordstein und anschließend gegen einen Baum prallte. Anschließend kippte das Auto um, erfasste einen 23 Jahre alten Fußgänger und blieb dann auf der linken Seite liegen. Es dauerte einige Sekunden, bis Zeugen sich wieder gefasst hatten und die Notrufe der Feuerwehr und der Polizei wählten.

Nach wenigen Minuten waren Feuerwehr und Polizei an der Unglücksstelle. Sanitäter kümmerten sich um die beiden Frauen aus den Autos und den Passanten. Er wurde mit Schürfwunden und Hämatome n in einem Rettungswagen behandelt.

Schwerer verletzt war Christine R. Ein Notarzt stellte mehrere Brüche fest. Er ließ die Frau in ein Krankenhaus bringen. Dort muss sie wegen der Behandlungen voraussichtlich mehrere Tage bleiben. Lebensgefahr bestünde nicht, hieß es am Sonntag. Die 25 Jahre alte Ebru S. hatte den Ferrari gesteuert, wurde wegen ihres Schocks und wegen der Schürfwunden ebenfalls ambulant behandelt. Die beiden Autos sind nicht mehr zu gebrauchen.

Der Ferrari gehört, wie am Sonntag bekanntwurde, einer Firma, deren Namen die Polizei nicht bekanntgab. Am Auto waren Kurzzeitkennzeichen montiert, sagten Zeugen am Sonntag. Sie berichteten, dass der Motor des Sportwagens aufgeheult habe, der Smart schlitterte und nach kurzer Zeit Ruhe war.

Die Ursache für den Unfall kennt die Polizei noch nicht. Die Frauen sollen in den nächsten Tagen befragt werden. Die einen sagen, der Smart sei bei Grün gefahren. Andere behaupten, die Ampel habe Rot gezeigt. Dann hätte die Ferrari-Fahrerin Grün gehabt.