Berlin - Berlins umstrittener Chef von Zoo und Tierpark wird nach einem schweren Sturz voraussichtlich für längere Zeit ausfallen. Der 58-Jährige liegt mit einer Schädelbasisfraktur im Sankt Gertrauden-Krankenhaus, wie die kaufmännische Zoo-Direktorin Gabriele Thöne am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa sagte. Der 58-Jährige sei operiert worden und werde nun auf der Intensivstation betreut. „Es geht ihm den Umständen entsprechend.“ Sein Zustand sei stabil.

Nach Information der Berliner Zeitung war der Zoodirektor gegen 9.30 Uhr auf seinem alltäglichen Rundgang gestolpert und gestürzt. Für möglich wird gehalten, dass er auf Glatteis ausgerutscht ist, aber auch, dass er einen Schwächeanfall erlitten hat. Nach dem Sturz war er zeitweise orientierungslos und wurde ins katholische Gertrauden-Krankenhaus in Wilmersdorf gebracht.

2009 von einem Affen den Finger abgebissen

Blaszkiewitz hatte bereits 2009 im Zoo einen Unfall. Damals hatte ihm ein Schimpanse den rechten Zeigefinger abgebissen, als der Zoo-Chef den Affen unvorsichtigerweise durch die Gitterstäbe fütterte. Der Finger konnte im Unfallkrankenhaus zunächst wieder angenäht werden, er musste dann aber amputiert werden, weil sich die Wunde infiziert hatte und die Keime lebensbedrohlich waren.

In den vergangenen Wochen war Blaszkiewitz wegen seiner Äußerungen zu Mitarbeiterinnen und zu Weihnachtsgeld in die Kritik geraten, es gab sogar Rücktrittsforderungen. Am heutigen Mittwoch wollte er im Hotel Waldorf-Astoria in Charlottenburg eine Diskussionsveranstaltung zur Entwicklung der City West moderieren. Wegen der umstrittenen Formulierungen von Blaszkiewitz hatten die Fraktionschefs der Berliner SPD und der CDU, Raed Saleh und Florian Graf, ihre Teilnahme abgesagt.