BerlinFabien Martini könnte noch leben. Sie könnte heute in ihrem Café stehen, das die 21-Jährige so gerne eröffnet hätte – wenn der Polizist Peter G. bei einer Einsatzfahrt seinen Funkstreifenwagen nicht mit mehr als 130 Kilometer pro Stunde durch den Tunnel an der Grunerstraße in Mitte gefahren hätte und kurz darauf in den Kleinwagen der jungen Frau gerast wäre. Zu diesem Ergebnis kommt ein Unfallsachverständiger. „Der Unfall wäre vermeidbar gewesen, wenn der Polizeiwagen nur mit 100 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen wäre“, sagt der Gutachter Roy Strzeletz an diesem Dienstag im Prozess um den Tod von Fabien Martini.

Strzeletz hat die Daten aus den beiden am Unfall beteiligten Fahrzeugen ausgewertet. Daraus geht hervor, dass Fabien Martini mit ihrem Renault Clio und höchstens Tempo 30 die Grunerstraße auf der dritten Spur von links befuhr. Sie suchte offenbar einen Parkplatz. 1,9 Sekunden, bevor das mit Blaulicht und Martinshorn auf der äußersten linken Spur herannahende Polizeifahrzeug an ihr vorbeigefahren wäre, bog sie nach links ab, um die zwei Fahrspuren zu einer Parklücke auf der Mittelinsel zu überwinden.

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