Die Idee ist nicht neu und sorgt trotzdem immer wieder für erhitzte Gemüter. Nun hat die Sägefeldschule in Ulm eine Toilette für alle eingeführt.

Die Sanitäranlagen an der Schule waren laut Schulleiterin in einem „desolatem Zustand“ und da habe man die Idee zu einer Toilette für alle gehabt. Das neue Klo verfügt nun ausschließlich über Kabinen, Pissoirs sind passé.

Desolate Zustände

Zunächst habe es Bedenken gegeben, doch hätten sich alle schnell daran gewöhnt, so Schulleiterin Cornelia Euchner über das neue Klo an der Grund- und Werkrealschule.

An den meisten Schulen ist die Einführung einer Toilette für alle wohl noch kein Thema. Aber dass die Toiletten an den Berliner Schulen in oft katastrophalem Zustand sind, ist bekannt. Und so wird wohl auch hier auf kurz oder lang die Einführung einer Unisex-Toilette ein Thema sein, wenn die Sanitäranlagen an den Bildungseinrichtungen saniert werden müssen.

So neu ist das Thema nicht, bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es selten eine Trennung bei den Toiletten, erst mit dem Aufkommen einer Geschlechterideologie fing man an, auch bei den Toiletten nach Mann und Frau zu unterscheiden. Belassen wir es doch dabei. Es spricht überhaupt nichts dagegen, an allen Schulen drei Toiletten einzuführen: eine für Frauen, eine für Männer und eine geschlechtsneutrale.

Moderner Ansatz

Wie gesagt: Es ist in Ordnung und sogar wünschenswert, dass es drei verschiedene Toilette gibt, das ist modern. In Berlin hat man schon durchaus Erfahrung mit Unisex-Toiletten. Der Martin-Gropius-Bau hat eine, bietet aber weiterhin auch noch die Möglichkeit für Frauen und Männer, getrennt zur Toilette zu gehen.

Das finde ich einen sehr modernen Ansatz und ich habe noch nicht gehört, dass sich jemand daran gestört hätte. Aber nur noch eine Toilette für alle anzubieten, finde ich übergriffig. Mich hätte das in der Pubertät in zusätzlichen Stress gebracht. Gerade zwischen Vorpubertät und Erwachsensein ist doch die Findung einer geschlechtlichen Identität, welcher spielt keine Rolle, ohnehin schon ein so zentrales Thema und so behaftet mit Schamgefühlen und Verwirrung, dass man den Kids doch wenigstens auf der Toilette eine Pause davon gönnen sollte.

Die Ulmer Schulleiterin sieht in der neuen Toilette auch eine Wertschätzung der Schüler. Da nun alle denselben Toiletten-Raum nutzten, gerate eine Trennung nach Geschlechtern zudem in den Hintergrund und eine mögliche Diskriminierung komme so gar nicht erst auf. Das ist doch eine recht steile These und es erklärt sich mir nicht, warum es durch einen einzelnen Toilettenraum nicht zu Diskriminierung kommen könnte.