Berlin statt Izmir: Sarah Seidel musste die Pläne für ihr Auslandsstudium revidieren.
Foto: Berliner Zeitung/Benjamin Pritzkuleit

Berlin - Der Campus der Universität in Izmir in der Türkei liegt nur wenige Meter von der ägäischen Küste entfernt. Dort, in der Nähe des Wohnheims, könnte Sarah Seidel jetzt auch sitzen. Ihre Zigaretten drehen, Çay – schwarzen Tee – trinken und mit Kommilitonen aus den unterschiedlichsten Ländern auf gebrochenem Türkisch die Kurse zu den Themen Globalisierung und Migration diskutieren, die sie gern besucht hätte. Stattdessen sitzt die Geografie-Studentin im Außenbereich eines Cafés in der Nähe des Campus der Freien Universität Berlin (FU), Dahlem-Dorf. In Deutschland. Unter der Markise, denn es regnet. Sie sitzt draußen, trotz der herbstlichen zehn Grad, es ist Corona-Zeit. 

Die Pandemie ist auch der Grund, aus dem Seidel die Pläne für ihr Semester in der Türkei erst mal auf Eis gelegt hat. Seit den Eindämmungsmaßnahmen im März haben die Universitäten mit der Umsetzung der Lehre zu kämpfen. Ein großer Teil der Studierenden hat den Job verloren, viele hadern mit der Isolation und dem Wegfall ihrer Alltagsstrukturen. Das kommende Wintersemester ist das zweite, das vor allem in virtuellen Räumen stattfinden wird. Keine gemeinsame Diskussion nach dem Seminar, keine Lerngruppe in der Mensa. Und für viele: kein Auslandssemester. Laut Referat der „Studierendenmobilität“ der FU treten nur 300 der 800 geplanten sogenannten „Outgoings“ – also der Studierenden, die einen universitären Tapetenwechsel geplant hatten – ihre Reise an.

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