Unnötige Diskussion um veraltete Zahl der Wölfe

Die Zahl der Wölfe rings um Berlin steigt von Jahr zur Jahr. Nun kritisiert der Jagdverband die offiziellen Zahlen. Dabei sind sie aussagekräftig genug.

Die ersten Wolfspaare, die aus Polen eingewandert waren, bekamen im Jahr 2000 in Sachsen ihren ersten Nachwuchs.
Die ersten Wolfspaare, die aus Polen eingewandert waren, bekamen im Jahr 2000 in Sachsen ihren ersten Nachwuchs.dpa/Armin Weigel

Berlin-Die Wölfe sind rings um Berlin eine Realität. Sie leben dort seit mehr 30 Jahren und es werden immer mehr. Das freut Naturschützer, weil die Wölfe für sie ein Zeichen dafür sind, dass es große Gebiete gibt, in denen nicht nur diese Tiere ungestört vom Menschen leben können. Viele andere jedoch ärgern sich über die streng geschützten Wölfe. Da sind jene Landwirte, deren Kälber und Schafe gerissen werden. Da sind auch so manche Dorfbewohner, die ihre Kinder nicht mehr gern allein in den Wald schicken.

Wölfe sind zu einem Dauerthema geworden. Kürzlich wurden die offiziellen aktuellen Zahlen vorgestellt. Nun protestiert der Jagdverband, sagt, dass die Zahlen veraltet seien. Das zeigt vor allem: Wölfe sind zum Politikum geworden. Und es gibt diverse Akteure, die um die Deutungshoheit kämpfen. Die einen wollen Wölfe weiterhin möglichst streng schützen, die anderen wollen, dass sie gejagt werden dürfen, nun, da es so viele von ihnen gibt. Deshalb nämlich wird so hart über Zahlen gestritten. Sie entscheiden darüber, wie künftig mit diesem Raubtier umgegangen wird.

Aber es ist wenig hilfreich, wenn die offiziellen Zahlen als veraltet dargestellt werden. Man könnte denken, dass der Staat seine Bürger belügt. Auch die alten Werte kratzen bereits gehörig am Schutzstatus des Wolfes. Für das Überleben der Population galten lange Zeit 100 Rudel als ausreichend. Im Vorjahr waren es  157.

Gerade dann, wenn in einer hochemotionalen Debatte mit Gefahren für Leben und Gesundheit argumentiert wird, sollten sich alle um größtmögliche Sachlichkeit bemühen. Natürlich sind die Zahlen höher, denn sie wurden vor Monaten erstellt, und die Realität da draußen hat sich inzwischen weiterentwickelt. Diese geänderte Realität wird sich dann in der nächsten Statistik zeigen.