Besonders wenn die Kinder im Teenager-Alter sind, stellt sich die Frage, ob sie sich an die Regeln des Kontaktverbots halten (Symbolbild).
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BerlinDie fünfte Woche Homeoffice. Es ist immer noch ein bisschen unwirklich. Da hat der Bundespräsident schon recht. Aber der Mensch gewöhnt sich ja nun mal an alles.

Jedenfalls leben wir nun zu viert – Mutter, Vater, jüngeres Teenagerkind, älteres Teenagerkind – in dieser neuen Normalität und staunen über Erfahrungen, die wir früher nicht für möglich gehalten hätten. Wer hätte vor dieser Krise vermutet, dass wir eines Tages die Worte „Berliner Schule“ und „Hygienemaßnahmen“ in einem Atemzug sagen würden? Dass das Thema „Mundschutz ja oder nein“ abendelang diskutiert werden kann? Wer hätte noch im Februar gedacht, dass Markus Söder mehrheitlich als sympathisch wahrgenommen werden würde?

Apropos Politiker: Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die Kanzlerin in diesen Tagen wesentlich erholter aussieht als sonst? In normalen Zeiten hätte sie in den letzten fünf Wochen vermutlich Dutzende Flüge hinter sich gebracht, um irgendwo in Europa zu vermitteln, Termine abzuhaken, Präsenz zu zeigen und verhaltensauffällige Regierungschefs zu zähmen. Ich wette, sie findet es viel schöner, diese Kollegen nur per Video zu treffen wie am Donnerstagnachmittag bei der G7-Konferenz. Kein Protokoll, kein Vertun darüber, wer wem die Hand gibt. Einfach mal Inhalte verhandeln und entscheiden und das auch noch unter dem Beifall der Bürgerinnen und Bürger.

Geburtstagsfeier im Park

Wir Normalos haben in dieser neuen Normalität allerdings auch neue Probleme. Man muss es klar benennen: Mein Mann und ich wohnen mit einer Verdachtsgruppe unter einem Dach. Ehrlich gesagt, rechne ich täglich damit, dass einer meiner beiden Söhne von der Polizei aufgegriffen wird, wegen Kontaktverbotsdelikten. Wenn sie in den Zeiten vor Corona aus dem Haus gegangen sind, haben wir ihnen hinterhergerufen, dass sie nicht so spät nach Hause kommen sollen.

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Heute sind wir froh, wenn sie erst im Dunkeln losgehen. Denn wir ahnen, dass wir belogen werden. Der Treff mit dem besten Freund entpuppte sich im Fall des älteren Sohnes als Geburtstagsfeier im Park und das im Quartett. Er behauptet, man hätte halt mal reden wollen und außerdem Abstand gehalten. Doch in meinen Ohren gellt nur: „Corona-Party!“

Der Jüngere wiederum ist bereits widerrechtlich aufs Schulgelände eingedrungen, um Fußball zu spielen. Er sagt, er würde dafür im Gegenzug weiterhin auf Unterricht verzichten.