Der Tod eines geliebten Angehörigen ist schon ein Schock. Doch damit nicht genug: Die Berliner haben auch nach dem Tod Ärger mit den Behörden. Zu lange müssen sie auf die Ausstellung einer Sterbeurkunde warten. Im bevölkerungsreichen Bezirk Pankow sind derzeit etwa 490 Fälle unbearbeitet. Die Wartezeit beträgt sechs bis sieben Wochen, normal wären zwei Wochen. Der Grund: Für Pankow gibt es mit Standesamt nur zwei Mitarbeiter, von denen eine langzeiterkrankt ist.

Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf dauert die Bearbeitungszeit zwei bis drei Wochen, doch es fehlen Stellen. Vier Stellen sind nicht besetzt, drei Mitarbeiter sind langzeiterkrankt. In Neukölln dauert die Bearbeitungszeit 2 bis 3 Wochen. Hier fehlen ein bis zwei Mitarbeiter, zwei Mitarbeiter sind langzeiterkrankt. Auch im Bezirk Steglitz-Zehlendorf fehlen Stellen. Eine Sterbeurkunde ist zum Beispiel notwendig, um die Rente abzumelden oder ein Bankkonto aufzulösen.

In Friedrichshain-Kreuzberg braucht man für die Ausstellung der Urkunde laut den Senatszahlen nur drei Arbeitstage. Allerdings kümmern sich lediglich zwei Mitarbeiter um dieses Bürgeranliegen. Zu den Bezirken Treptow-Köpenick und Steglitz-Zehlendorf macht der Senat keine Angaben. Richtig schnell scheint es nur im Bezirk Tempelhof-Schöneberg zu gehen. Dort beträgt die Bearbeitungszeit nicht länger als eine Woche, alle sind Stellen besetzt.

Die Zahlen rückte der Senat nach einer parlamentarischen Anfrage der FDP heraus. Die Abgeordnete Maren Jasper- Winter (40) sagt: „In Berlin gibt es kein funktionierendes Bezirke-Landes-Gremium, in dem zeitnah über Schwierigkeiten und Herausforderungen berichtet wird.“ Das personelle Missmanagement zeige sich nicht nur in den Ämterbereichen mit Publikumsverkehr, sondern überall im Land.