Mehrere hundert Flüchtlinge, die über Ungarn nach Deutschland kamen, wurden in der Nacht zum Montag in Berlin erwartet. Die ersten vier Busse waren nach Informationen der Berliner Zeitung gegen 17 Uhr in München gestartet. Weitere drei Busse sollten folgen.

Für ihre Ankunft in Berlin voraussichtlich gegen Mitternacht seien alle Vorbereitungen getroffen worden, teilte die Senatsverwaltung für Soziales mit. Die Flüchtlinge sollen zunächst in einem Zeltlager auf dem Gelände der früheren Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau untergebracht werden.

Flüchtlinge werden von München aus auf Bundesländer verteilt

Nach Tagen voller Strapazen in Ungarn kamen am Wochenende nach offiziellen Angaben etwa 15.500 Flüchtlinge nach Deutschland. Das wichtigste Ankunftsziel war der Hauptbahnhof in München. Von dort sollten die Migranten mit Zügen und Bussen auf die Bundesländer verteilt werden. Die Verteilung richtet sich nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Demnach müsste Berlin fünf Prozent aufnehmen, was 350 Menschen entspräche.

Anders als in Berlin sind am Dortmunder Hauptbahnhof bereits erste Flüchtlinge aus Ungarn eingetroffen. Einheimische begrüßten sie mit Applaus und Plakaten. Darunter waren viele Menschen aus Syrien. Auch in anderen Städten wie Saalfeld in Thüringen kamen Flüchtlinge aus Ungarn an. In einem Sonderzug trafen dort nach Angaben der Bundespolizei 569 Migranten am Samstagabend ein.

In Berlin stehen zahlreiche Helfer seit dem frühen Sonntagmorgen bereit. Am Hauptbahnhof warten Berliner, um die Flüchtlinge willkommen zu heißen und sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Und auch in Spandau, wo auf dem Gelände der früheren Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau ein Zeltlager errichtet wurde, stehen die Helfer seit dem frühen Sonntagmorgen bereit. Dort können bis zu 500 Flüchtlingen untergebracht werden. Das Technischen Hilfswerk und die Feuerwehr sind ebenfalls vorbereitet.

Mehr als 70 Zelte aufgestellt

In der früheren Kaserne wohnen schon einige hundert Einwanderer. In der vergangenen Woche waren zusätzlich mehr als 70 Zelte mit jeweils 10 Betten aufgestellt worden. Vermutlich sollen sie auch dort von Mitarbeitern des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in den nächsten Tagen registriert werden.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) bedankte sich derweil am Sonntag bei den vielen Unterstützern auch aus der Berliner Wirtschaft. Es sei sehr großzügig von den Firmen, die Arbeit der freiwilligen Helfer zu unterstützen und ihre Angestellten dafür freizustellen. Die Mitglieder der Hilfsorganisationen sowie die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren leisteten in diesen Tagen sensationelle Arbeit, sagte Henkel weiter. Ohne die freiwilligen Helfer wäre der Aufbau der 70 Zelte in Spandau nicht so schnell möglich gewesen. (mit dpa)