Berlin - Berlin scheint die Flüchtlingsproblematik kaum in den Griff zu bekommen. Immer noch warten an manchen Tagen hunderte Menschen bis in die Nacht hinein vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, um untergebracht zu werden. Lageso-Präsident Franz Allert sagte am Donnerstag im Inforadio des RBB dazu, fehlende Unterbringungsmöglichkeiten seien das größte Problem.

Mit der neuen Erstaufnahmestelle in der Bundesallee habe es aber eine Entspannung bei der Registrierung gegeben. Allert räumte ein, dass seine Behörde derzeit mit der Arbeit nicht hinterher komme. Man benötige mehr Personal. Es dauere aber, bis neue Leute gefunden und eingearbeitet seien.

Czaja will auch im Winter abschieben

Um die Engpässe bei der Unterbringung zu entschärfen will Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) nun auch im Winter Flüchtlinge abschieben. Czaja begründete dies in der „Berliner Morgenpost“ vom Donnerstag mit der Ankunft von im Durchschnitt 600 Flüchtlingen jeden Tag in Berlin.

Für sie brauche man Unterkünfte. Deshalb müssten nicht anerkannte Flüchtlinge aus Serbien, dem Kosovo oder Albanien schneller in ihre Heimat zurückkehren. Nur so könne man Flüchtlinge aus Krisenregionen auch über die Wintermonate aufnehmen. „Wir wollen Obdachlosigkeit unter Flüchtlingen vermeiden und auch die langfristige Nutzung von Turnhallen ist nicht der richtige Weg“, betonte Czaja.

Geisel hofft auf Wohnungsbau

Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) will dem Unterbringungsproblem mit Neubauten entgegenwirken. Er hofft für 2016 auf 25.000 bis 30.000 neue Wohnungen und Flüchtlingsunterkünfte in Berlin. Wenn diese Zahl auch in den Jahren danach erreicht werde, könnte das Wohnungsproblem in der Hauptstadt entspannt werden, sagte er im Inforadio. (dpa/blz)