Unterkunft im Congress Centrum: Flüchtlinge ziehen ins ICC

Das Internationale Congress Centrum (ICC) soll an diesem Freitag als Unterkunft für Flüchtlinge eröffnet werden. „Nach Abnahme der Bauarbeiten werden im Laufe des Tages 650 Männer, Frauen und Kinder einziehen“, sagte Sascha Langenbach, Sprecher der Senatssozialverwaltung, am Donnerstag. Die Malteser Hilfsdienste werden den Betrieb übernehmen. Die Flüchtlinge sind bislang in einer Halle der Messe Berlin untergebracht, die aber für die Vorbereitung der Grünen Woche im Januar benötigt wird. Die anderen 350 Menschen, die in der Messehalle untergekommen sind, sollen nun auf alternative Standorte verteilt werden.

Nicht genug Duschen in Tempelhof

Unterdessen verzögert sich der Bezug weiterer Hangars in Tempelhof, wo bereits in zwei Hallen rund 2000 Asylsuchende leben. „Die Bundeswehr hat die Aufbauarbeiten der Betten abgebrochen, um kurzfristig andere Turnhallen zu ertüchtigen“, teilte Langenbach am Abend mit. Ursprünglich sollten noch in diesem Jahr zusätzliche Hallen bezugsfertig sein. „Die Arbeiten in Tempelhof werden wieder aufgenommen“, sagte Langenbach. Die Baustadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Sibyll Klotz (Grüne), hatte den Senat scharf wegen dieses Planes kritisiert.

Die geplante Nutzung der Hangars 5, 6 und 7 als Flüchtlingsdomizile könne wegen mangelhafter sanitärer Einrichtungen nicht geduldet werden, erklärte Klotz am Mittwochabend im Bezirksparlament. Voraussetzungen für eine Belegung der drei

weiteren Hangars wären nach den Worten der Stadträtin unter anderem, dass wenigstens ein Waschbecken für sieben Menschen und eine Duschmöglichkeit für 15 Personen zur Verfügung stehe.

Wasserversorgung ist ein Problem

Das ist aber nicht der Fall. Bisher leben in den Hangars 1, 3 und 4 schon rund 2200 Asylbewerber ohne Duschen vor Ort. Die Menschen werden mit Busshuttles zu Duschen in umliegenden Schwimmbädern und einem Sportplatz gebracht. Toiletten sind nur in mehr als 170 mobilen Toiletten auf dem Flugvorplatz nutzbar.

Zwar wurden bereits zahlreiche Duschcontainer in den schon bezogenen Hangars aufgestellt. Doch die zusätzliche Wasserversorgung ist immer noch ein Problem. „Es ist vollkommen klar, dass wir die zusätzlichen Hangars für die Unterbringung der Flüchtlinge brauchen. Das ist auch Konsens im Senat“, sagte Kneiding. An der Inbetriebnahme der Duschen und Toiletten vor Ort werde mit Hochdruck gearbeitet. Zudem würden 60 Duschzelte und weitere 10 größere Familienduschen von Freitag an aus der Messehalle 26 nach Tempelhof verlegt.

Eröffnung soll noch vor Weihnachten erfolgen

„Wir wollen von Beginn an Duschmöglichkeiten für die Flüchtlinge in Hangar 7“, betonte die Sprecherin. Deshalb sei der Bezugstermin noch offen. Die Verwaltung hoffe, dass eine Eröffnung noch vor Weihnachten möglich sei. In diesem Jahr trafen bis zum Donnerstag 75.198 Asylsuchende in Berlin ein.(tt./BLZ/dpa)