Zehntausende Menschen wollen ein Verbot der Pferdekutschen in Berlin. Wie die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung am Freitag mitteilte, wurden bislang 80.000 Unterschriften dagegen gesammelt. Es geht dabei vor allem um die Kutschen, die vor dem Brandenburger Tor auf Touristen warten, um sie durch Mitte zu fahren. Sechs bis neun Kutschen sind dort täglich unterwegs. Tierschützer kritisieren, die Pferde würden unter Lärm, Abgasen und zu wenig Pausen leiden.

Auch im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag verständigten sich die Parteien darauf, dass in der Innenstadt keine Kutschen mehr fahren sollen. Senator Dirk Behrendt und die für Tierschutz zuständige Staatssekretärin Margit Gottstein wollen die Unterschriften am kommenden Dienstag entgegennehmen.

Pferde arbeiten neun Stunden pro Tag

Für die Zulassung von Pferdekutschen im Straßenverkehr sind die zwölf Bezirksämter zuständig. Angesichts des Touristikaufkommens gibt es die meisten Pferdekutschen im Stadtbezirk Mitte.

Die Berliner Leitlinie für Pferdefuhrwerksbetriebe von 2009 regelt bislang den Einsatz der Vierbeiner: Demnach dürfen nur gesunde, gut genährte und gepflegte Pferde ab einem Alter von fünf Jahren eingesetzt werden. Der Einsatz der Tiere darf inklusive Anspannen, Anfahrt zum Standplatz, Rundfahrten, Heimfahrt vom Standplatz und Ausspannen neun Stunden pro Tag nicht überschreiten. (BLZ/dpa)