Massenaktion zivilen Ungehorsams: Ende Gelände bereitet sich auf Blockade-Wochenende vor. Einsatzkräfte sind vor Ort. 
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PotsdamIn Brandenburg wird gegen neun Polizeibeamte aus Cottbus in Disziplinarverfahren wegen des Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten ermittelt. Grund dafür seien zwei Fotos, auf denen rechtsextreme Symbole zu sehen sind, teilte das brandenburgische Polizeipräsidium am Dienstag in Potsdam mit. 

Am Donnerstag war in sozialen Netzwerken ein Foto veröffentlicht worden, das neun Polizeibeamte der dritten Einsatzhundertschaft aus Cottbus vor einer Mauer mit einem Graffito mit dem Schriftzug „Stoppt Ende Gelände!“ zeigte. Neben dem Schriftzug war ein Krebs zu sehen. Die Beamten, die auf dem Bild posierten, wurden daraufhin von dem Einsatz anlässlich der Tagebauproteste in der Lausitz am Samstag abgezogen. Die Ermittlungen gegen die Beamten weiteten sich laut dem Polizeipräsidium jedoch aus, als ein weiteres unveröffentlichtes Foto entdeckt wurde, das die Mauer nach einer teilweisen Entfernung des Schriftzugs zeigt. Darauf zu sehen waren der Krebs und der Schriftzug „DC!“. Ein Beamter der Einsatzgruppe fertigte dieses Bild demnach am späten Donnerstagabend, nachdem die neun Polizisten beauftragt worden waren, das ursprüngliche Graffito zu entfernen.

In einem Gebäude der Polizei in Cottbus seien Farbreste gefunden worden, die möglicherweise zum Überstreichen benutzt worden seien, erklärte das Polizeipräsidium. Der Schriftzug „DC!“ stehe als Abkürzung für „Defend Cottbus“ (Verteidige Cottbus), sagte ein Sprecher des Präsidiums der Nachrichtenagentur AFP. Der Krebs, der Teil des Cottbusser Stadtwappens ist, werde auch als rechtsextremes Zeichen genutzt. Da das Foto des Polizisten vom Donnerstagabend den Schriftzug „DC!“ und den Krebs zeige, sei klar, dass die Beamten das Graffito dokumentierten und kannten, bevor sie den Einsatzort verließen, hieß es in der Erklärung des Polizeipräsidiums. Eine Veränderung des Buchstaben „E“ zum Buchstaben „C“ in der letzten Silbe des Wortes „Gelände“ nach dem Abzug der Polizisten vom Einsatzort sei damit ausgeschlossen.

Zusammen mit der Staatsanwaltschaft stimme das Kommissariat für Amtsdelikte des Landeskriminalamts Brandenburg derzeit die Prüfung eines möglichen Tatverdachts wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten ab, hieß es. Die Beamten aus Cottbus würden noch in dieser Woche zeitlich befristet für drei Monate in verschiedene Dienststellen in andere Regionen des Landes versetzt, erklärte das Polizeipräsidium.