Die Architekten des Schönefelder Flughafens BER haben am Freitagvormittag unangemeldeten Besuch von der Polizei bekommen. Beamte erschienen in den Geschäftsräumen in Berlin und Hamburg, um Beweismittel für den Untersuchungsausschuss BER sicherzustellen. Sie kamen auch zur Privatwohnung eines der vertretungsberechtigten Gesellschafter, berichtete Martin Delius (Piraten), der Vorsitzende dieses Gremiums. Davon war dem Vernehmen nach Meinhard von Gerkan betroffen.

Das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp) erklärte indes, dass es in den Geschäftsräumen nicht zu Durchsuchungen gekommen war. „Die Unterlagen sind von uns freiwillig zur Verfügung gestellt worden“, sagte Christian Füldner, der Sprecher des Büros. Die Übergabe geschah in Berlin, berichtete Delius.

Der Ausschuss, der sich seit einem Jahr mit dem Debakel des Schönefelder Flughafens befasst, hatte bereits im Frühsommer Beweisunterlagen angefordert. Das Büro gmp war an der Projektgemeinschaft pg bbi beteiligt, das bis zur Kündigung im Mai 2012 für die Planung und die Überwachung des Projekts BER verantwortlich war.

Doch das Architekturbüro habe den Ausschuss „mehrfach über deren Zustand und Verbleib getäuscht“, berichtete Delius. Als schließlich ein Dokument im Ausschussbüro eintraf, waren Stellen geschwärzt, so ein Ausschussmitglied. „Einige Teile waren nach unseren Erkenntnissen sogar nachträglich geändert worden.“ Es ging um ein Gutachten, dass sich mit der ersten Verschiebung des BER-Eröffnungstermins 2010 befasste. Der Verdacht habe bestanden, dass damals bereits klar war, dass der neue Termin 2011 sehr ambitioniert ist.

Dass der Untersuchungsausschuss BER seine Rechte mit Hilfe eines Gerichts wahrnimmt, ist ein bislang einzigartiger Vorgang. Martin Delius dankte den Landeskriminalämtern in Berlin und Hamburg sowie den Einsatzkräften für ihre effektive und engagierte Hilfe.