Berlin - Es ist sehr früh am Morgen, eine Zeit, zu der es noch dunkel ist und für gewöhnlich noch nicht mal der Wecker geklingelt hat. Die S-Bahn ist trotzdem schon brechend voll. Ob sich die Leute, die drei Stunden vor den meisten anderen mit der Arbeit beginnen, umgekehrt genauso darüber wundern, wie voll die Bahnen am frühen Abend sind?

Neben der Tür fühlt sich ein Typ massiv gestört, nicht von anderen, sondern in seinem Inneren. Er beschließt, etwas dagegen zu unternehmen und prüft nahezu alle Finger samt Daumen auf ihre Tauglichkeit als passendes Instrument, um damit tief in sein linkes Nasenloch vorzudringen. Es ist ein unerbittlicher Kampf, mit zwei, drei Bohrgängen ist es nicht getan. Ein Anblick, der hart auf den leeren Magen schlägt, selbst aus den Augenwinkeln.

Der TXL ist schon voll, als er anrollt

Das Klingeln seines Handys unterbricht ihn kurz, während des Telefonats setzt er sein Projekt jedoch fort, hält das Telefon dabei mit der linken Hand ans rechte Ohr und führt dann die rechte Hand durch den anderen Arm zur Nase – wie ein Kind, das einen Elefanten nachmacht. Die Bahn passiert das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten samt Ausländerbehörde, das um sieben Uhr öffnet. Das Ende der Menschenschlange vor der Tür ist nur zu erahnen. Beim Umsteigen in den TXL regnet es heftig. Der Bus, auf den wirklich viele Leute warten, ist schon voll, als er anrollt. Es folgt ein ziemliches Gedränge, von draußen ruft jemand in den Bus, ob es nicht möglich sei, weiter durchzurücken. Unter Murren wogt die amorphe Masse ein Stück weiter und schafft als maximales Kompromissangebot Platz für zwei Menschen. Im Bus bleiben drei Sitzplätze frei und die mannsgroßen Rucksäcke auf den Rücken ihrer Besitzer. Sie auf dem Boden abzustellen ist keine Option.

Trotz Scanner zur Nachkontrolle

Am Flughafen versteht ein Reisender den Ganzkörperscanner nicht und hält seine Arme nicht nach oben, sondern ständig nach vorne, als wollte er jemanden schubsen. Trotz des Scanners muss anschließend jeder Dritte zur Nachkontrolle. Am Gate steht eine Stunde vor dem Abflug schon ein Herr vor der Tür zum Rollfeld zum Boarding bereit. Zum Flugzeug fährt ein Bus, was bedeutet, dass der Erste in der Schlange nicht schneller im Flugzeug sitzt, sondern nur zehn Minuten länger im Bus steht. Ob ihn das glücklich macht? Der Flieger hebt ab und verlässt Berlin.