Das Unwetter in der Nacht zum Mittwoch hat zum Teil schwere Verwüstungen hinterlassen. Besonders getroffen hat es den Lichtenberger Stadtteil Rummelsburg. Noch am Mittag waren Feuerwehrleute unter anderem in der Pfarrstraße und in der Kaskelstraße mit dem Auspumpen von Kellern beschäftigt.

In der Pfarrstraße schwammen sogar die Autos weg – so hoch stand das Regenwasser. Anwohner und Gewerbetreibende sind am Mittwoch dabei, die Schäden zu erfassen. Darunter ist etwa Michael Schönstedt. Der 66-Jährige betreibt den Fahrradladen „Pedalpower“. „Es sind bestimmt weit über 100.000 Euro Schaden entstanden“, sagt er. „Und heute Nacht rechnen wir damit, dass es wieder passiert.“

Tatsächlich hat der Deutsche Wetterdienst für diesen Mittwoch wieder eine Unwetterwarnung herausgegeben. Die Meteorologen rechnen für den Nachmittag und Abend wieder mit schweren Gewittern und Starkregen.

Bei dem 55-jährigen Stephan W. ist der Keller voll Wasser gelaufen. Die Gegenstände schwimmen bei ihm herum. „Am Anfang haben wir noch versucht, mit Eimern das Wasser abzuschöpfen aber es hatte kein Zweck“, sagt er. „Es ist feucht und es stinkt.“

Die Kanalisation in der Pfarrstraße war mit den Regenmassen schlicht überfordert. Das Wasser unterspülte an mehreren Stellen die Fußwege, so dass diese einbrachen und tiefe Löcher entstanden.

„Die Kanalisation ist zu klein, und das Wasser kommt aus dem Gulli“, sagt Anwohner Roberto Schulz. „Um 3 Uhr haben mich die Pumpen der Feuerwehr geweckt. Da stand das Wasser gut 25 Zentimeter hoch“, sagt der 46-Jährige.

Wasser lief auch durch das ebenerdig gelegene Ladenbüro einer Kindertagesstätte. Mitarbeiter waren am Mittwoch mit Wischen beschäftigt.
Auf der Fahrbahn hatte sich Schlamm abgelagert. Autobesitzer öffneten die Motorklappen und versuchten, ihre Fahrzeuge wieder in Gang zu bekommen. Einige versuchten, mit einem Staubsauger die Feuchtigkeit aus den Fahrzeugen zu holen.

Andere Gegenden der Stadt waren ebenfalls stark vom Unwetter  betroffen. Zwischen 21 und 3 Uhr musste die Feuerwehr zu rund 200 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. So standen zum Beispiel Teile der Stadtautobahn unter Wasser. 

Auch die Feuerwehr selbst war betroffen. In ihrer Wache am Nikolaus-Groß-Weg in Charlottenburg-Nord brachen Wassermassen durch ein Flachdach. Die Besatzungen konnten nicht ausrücken sondern mussten sich um sich selbst kümmern.