„Upper West“-Turm: Noch ein Wolkenkratzer am Breitscheidplatz

Berlin - Seit fast 20 Jahren wird das Hochhaus am Breitscheidplatz geplant – jetzt wird es offiziell auf der Immobilienmesse Expo Real in München vorgestellt: 118 Meter hoch soll das Gebäudeensemble werden, das anstelle des Schimmelpfenghauses nahe dem Bahnhof Zoo entsteht.

Der Wolkenkratzer wird damit ebenso hoch wie sein Pendant, das Zoofenster, in das Deutschlands erstes Waldorf-Astoria-Hotel einziehen wird, die nobelste Marke des Hilton-Konzerns. Ursprünglich war sogar damit geworben worden, dass er noch einen Meter höher wird. Das war aber nur einer großzügigen Rundung von Zentimeterangaben geschuldet.

Bauherr für das zweite Turmhochhaus in der City West ist die Strabag Real Estate, die im vergangenen Jahr den Schimmelpfeng-Komplex von der Euro Hypo gekauft hatte. In München sucht das Unternehmen bereits Mieter für das 33-geschossige Gebäude, dessen Bau noch gar nicht begonnen hat.

Wann genau der Abriss des alten Hauses und dann der Neubau stattfindet, ist derzeit nicht zu erfahren. Es werde in einigen Wochen kommuniziert, hieß es auf Nachfrage bei der Strabag. Bisher wurde vom Abriss zum Ende des Jahres ausgegangen, die Bauzeit insgesamt auf drei Jahre geschätzt. Die verbliebenen Mieter im alten Schimmelpfenghaus haben die Kündigung zum 1. November erhalten, bestätigte Strabag-Sprecherin Birgit Kümmel.

Weiße, netzartige Fassade

Rund 250 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen das Projekt in Charlottenburg kosten. Der Neubaukomplex, über den noch keine Details zur Nutzung bekannt sind – im Gespräch waren schon einmal ein Vier-Sterne-Hotel, aber auch Büros – wird nach Strabag-Angaben eine weiße, netzartige Fassade bekommen. Nicht nur der Turm, sondern auch ein siebengeschossiges Gebäude am Kurfürstendamm gehören zu dem Komplex. Dieser entsteht nach einem Entwurf des Berliner Architekten Christoph Langhof. Seit 2007/2008 liegen sowohl die Abrissgenehmigung für das Schimmelpfenghaus als auch die Genehmigung für den Neubau vor.

Auch einen Namen, Atlas Tower, gab es schon. Doch dieser wurde nun in Upper West geändert, das wohl ein wenig an New York und damit an die große Welt erinnern soll. Strabag-Geschäftsführer Thomas Hohlwieler sagt: „Wir haben einen Namen gesucht, der natürlich auf die Höhe des Bauwerks verweist, vor allem aber diesem außergewöhnlichen Quartier Rechnung trägt.“ Der alte, neue Westen Berlins sei ein seit über 100 Jahren gewachsenes Viertel und „Inbegriff der europäischen Metropole“.

Upper West wird die Neubebauung um den Breitscheidplatz vollenden, zu der auch das Projekt Bikini Berlin gehört, der Umbau des Bikinihauses mit dem Kino Zoo Palast. Die Modernisierung des denkmalgeschützten Ensembles soll Ende 2013 geschafft sein.

Noch in diesem Herbst soll das Waldorf Astoria öffnen, nachdem wegen Schwierigkeiten beim Bauen der Termin zweimal verschoben werden musste. Einen konkreten Termin nennt die Hilton-Gruppe zwar noch nicht. Jean-Thierry Schüler, Sprecher der Investoren aus Abu Dhabi, sagt aber: „Wir öffnen auf jeden Fall noch vor Weihnachten.“ Auf der Homepage von Waldorf Astoria Berlin wird derzeit darauf verwiesen, dass Reservierungen für die Zeit ab dem 1. Februar 2013 vorgenommen werden.