Wie sehen die Wohnungen der Zukunft aus? Wie können preiswerte Unterkünfte errichtet werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Wettbewerbs „Urban Living“, bei dem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung um Vorschläge für eine Bebauung von acht Grundstücken gebeten hatte. 31 teils sehr ausgefallene Entwürfe gingen ein. Sie sind seit Donnerstag in einer Ausstellung im „HO“ in der Holzmarktstraße 66 in Mitte zu sehen. Zugleich werden die Pläne im Internet präsentiert, wo sie kommentiert werden können.

Vom Architekturbüro Barkow Leibinger (Berlin) kommt ein hoch gelobter Entwurf für die Bebauung eines 5300 Quadratmeter großen Grundstücks der Wohnungsbaugesellschaft Mitte an der Karl-Marx-Allee. Die Architekten schlagen vor, ein schmales Hochhaus mit 16 Geschossen zu errichten. Die Raumaufteilung ist flexibel und soll sich für Studierende, Familien oder Senioren gleichermaßen eignen.

Neu ist das Baumaterial: Die geschwungenen Außenwände sollen aus „In-fraleichtbeton“ errichtet werden, der unter anderem aus Recyclingmaterial wie Glasschaumgranulat hergestellt wird. Die neu entwickelten Wandelemente kommen ohne zusätzliche Dämmung aus, müssen weder innen noch außen verkleidet werden. Die Wettbewerbsjury zeigte sich „überzeugt“ und empfahl, den Entwurf zu realisieren. Entweder an der Karl-Marx-Allee oder woanders.

„Nachhaltig wie auch radikal“

Das Architekturbüro Augustin und Frank (Berlin) wartet mit einer kostensparenden Idee für ein 3300 Quadratmeter großes Grundstück der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land zwischen Briese- und Kienitzer Straße im Neuköllner Rollbergviertel auf. Das derzeit noch auf dem Areal stehende Parkhaus wollen die Architekten erhalten und zu einem Wohngebäude umfunktionieren. Auf den ehemaligen Stellplätzen und auf den Fahrbahnrampen entstehen ein- und zweigeschossige Häuser. Das Dach wird begrünt.

Die Baukosten können den Architekten zufolge „deutlich unter die Kosten für vergleichbare Flächen im Neubau gesenkt werden“. Die Jury lobte, der Entwurf biete „eine pragmatische Lösung zur Reaktivierung der Parkgarage“. Er sei in seiner Einfachheit „sowohl nachhaltig wie auch radikal“.

Das Kölner Team De Zwarte Hond mit Kuula Landschaftsarchitekten aus Berlin schlägt für ein 4600 Quadratmeter großes Grundstück an Elsa- und Oberseestraße in Hohenschönhausen eine viergeschossige Bebauung vor. Die über zwei Geschosse reichenden Wohnungen gleichen gestapelten Reihenhäusern. Die oben gelegenen Wohnungen sind über eine außenliegende Brückenkonstruktion zugänglich, die zugleich als Lebens- und Spielraum gedacht ist. Der Rohbau entsteht aus vorgefertigten Stahlbetonelementen. Urteil der Jury: Das Konzept „besticht durch seine Einfachheit und Klarheit und ist in der Praxis gut anwendbar“.

Das Team Cobe aus Berlin will ein 4300 Quadratmeter großes Areal an der Arcostraße in Charlottenburg mit höheren Häusern bebauen, um das Grundstück maximal auszunutzen. Die Jury würdigte die in nahezu allen Wohnungen vorhandenen Sichtbezüge zur Spree, kritisierte aber, dass der Entwurf keine Antwort „auf eine Neuinterpretation der städtebaulichen Großform“ gebe.

Die Entwürfe sind bis 26. März 2014 zu sehen: Holzmarktstraße 66 in Mitte, S-Bahnhof Jannowitzbrücke, Dienstag bis Sonnabend von 12 bis 18 Uhr.

Online-Diskussion der Entwürfe: www.urbanliving.berlin.de.