JÄNSCHWALDE - Was sein Kraftwerk an diesem Tag in etwa zu leisten hat, das ahnt Werksleiter Andreas Thiem schon morgens, wenn er aus dem Fenster schaut. Sein Büro befindet sich im zwölften Stock des Verwaltungsgebäudes des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde (Spree-Neiße), und von dort aus sind mehr als zwei Dutzend Windräder zu sehen. Wenn die sich richtig schnell drehen, und wenn dies auch die vielen zehntausend anderen Windräder der Republik tun, dann darf sein Kraftwerk nur noch auf Sparflamme laufen. In Zeiten der Energiewende haben die erneuerbaren Energien nun mal Vorrang.

Draußen stehen aber an diesem Tag alle Windräder still. „Kein Wind“, sagt Thiem. Der 55- Jährige erzählt von den offiziellen Prognosen für den Tag: Bundesweit könnten alle Windräder zusammen eine Leistung von 38000 Megawatt erbringen, doch heute sollen sie nur 2000 ins Netz einspeisen. „Also sind wir gefragt“, sagt Thiem. „Unser Kraftwerk schafft 3000 Megawatt, also die Hälfte mehr als alle Windräder heute zusammen.“ Deshalb fahren nun alle sechs Blöcke des Kraftwerks auf Volllast und werden allein an diesem einen Tag 8.0000 Tonnen Kohle verfeuern.

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