Berlin - Die sogenannte VBB-Fahr-Card werde derzeit von der BVG mit 300 Kunden getestet, wie Unternehmenssprecherin Petra Reetz am Samstag auf Anfrage erklärte. Im Juni solle der Kreis der Tester auf 2000 erweitert werden. Im gesamten Netz des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg testeten derzeit schon 3000 Kunden die neue Karte.

2014 können dann Kunden auf die elektronische Abokarte umsteigen, verpflichtend sei dies aber nicht, sagte Reetz. Das neue Ticket sei weiterhin übertragbar, biete aber den Vorteil, dass im Falle eines Verlustes leicht Ersatz möglich sei. Wer dagegen seinen Papierfahrschein verliere, müsse einen neuen kaufen. Zudem müssten Fahrgäste nicht mehr daran denken, die Karte zum Monatswechsel auszutauschen.

Dazu kam Kritik vom Fahrgastverband Igeb. Denn: Mit der Umstellung geht eine Regelung verloren, von der Abonnenten bislang regen Gebrauch gemacht haben. Viele nutzten die alte und die neue Monatskarte am jeweils ersten und letzten Tag des Monats doppelt. Wenn dies künftig nicht mehr gehe, handele sich um eine „versteckte Preiserhöhung“, sagte der Igeb-Vorsitzende Christfried Tschepe dem Zeitungsbericht zufolge. „Mit dem elektronischen Ticket entfallen Fahrtberechtigungen für 24 Tage im Jahr.“

BVG-Sprecherin Reetz wies den Vorwurf zurück. Es handele sich um eine Kulanzregelung für Kunden, die den Ticketwechsel zum 1. vergessen. Per Vertrag sei die doppelte Nutzung eigentlich ausgeschlossen. Auf der BVG-Seite heißt es für Monatskarten, die für einen Kalendermonat gekauft wurden: „Diese gelten vom letzten Kalendertag des vorhergehenden Monats 0.00 Uhr bis zum ersten Kalendertag des darauffolgenden Monats 24.00 Uhr.“ (dpa)