Gegen die geplante Palästinenser-Konferenz von Sympathisanten der Terrororganisation Hamas in Berlin formiert sich immer mehr Protest. Der Berliner SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß kündigte am Dienstag seine Teilnahme an einer Gegenkundgebung am Samstag an. Auch im Internet rufen Hamas-Gegner zu Gegenveranstaltungen auf.

Stöß kritisierte, der einzige Daseinszweck der Hamas sei die Beseitigung des Staates Israel. „Dass eine Veranstaltung, die mit solchen mörderischen Zielen sympathisiert und für sie wirbt, in Berlin stattfinden soll, ist unerträglich.“ Die Senatsinnenverwaltung müsse sofort einschreiten, wenn es dort zu antisemitischer Hetze komme.

Die sogenannte „Konferenz der Palästinenser in Europa“ ist für Samstag in der Arena in Treptow geplant. Mehrere tausend Teilnehmer werden erwartet. Nach einer Palästinenser-Konferenz vor fünf Jahren in Berlin hieß es im Verfassungsschutzbericht, die Organisatoren unterhielten Verbindungen zur Hamas. Es seien auch Hamas-nahe Redner aufgetreten und ein Hamas-Mitglied zugeschaltet worden. Die im Gazastreifen regierende Organisation wird von der EU als terroristische Vereinigung eingestuft.
Zur Unterstützung der Konferenz gibt es eine Demonstration vor dem Roten Rathaus mit 3000 angemeldeten Teilnehmern sowie eine kleinere Kundgebung vor der Arena, wie die Polizei mitteilte.

Im Internetportal Facebook kritisieren Hamas-Gegner: „Diese Konferenz dient weder dem Frieden im Nahen Osten, noch den legitimen Interessen nach Frieden und Sicherheit von Palästinensern oder Israelis.“ Stattdessen sollten Vorurteile geschürt und „schlimmstenfalls Terror und Gewalt der Hamas legitimiert oder gar verherrlicht werden“.

Eine Anti-Hamas-Demonstration unter anderem von Unterstützern Israels ist für Samstagvormittag ebenfalls in Treptow nahe der Arena geplant. Dazu haben sich auch Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen und Bayern angekündigt. Berlin (dpa)