Für Stephan la Barré und die anderen Betreiber von Ferienwohnungen ging es am Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht um ihre Existenz. La Barré ist der Geschäftsführer von Berlin Lofts, zu seinem Unternehmen gehören insgesamt 15 Ferienwohnungen in der Moabiter Stephanstraße.

Durch das Verbot von Ferienwohnungen in Berlin, das am 1. Mai nach einer zweijährigen Übergangsregelung nun auch für ihn gilt, sei er in der Freiheit seiner Berufswahl gefährdet, sagt er. So argumentieren auch die anderen Kläger. „Keiner ist gegen das Zweckentfremdungsverbotsgesetz. Aber wir möchten wie andere Gewerbe zum Beispiel Rechtsanwälte und Ärzte gleich behandelt werden“, sagt la Barré.

Von dem Urteil ist er enttäuscht. Das Verwaltungsgericht hatte nach dreistündiger Verhandlung am Mittwoch die Klagen von vier Betreibern von Touristenapartments abgewiesen. Damit wurde zugleich das Verbot von Ferienwohnungen in Berlin bestätigt, es sei verfassungsgemäß, so die Richter.

Wohnen wie ein Berliner

In la Barrés Fall ging es um eine Ferienwohnung in der Stephanstraße 60, 125 Quadratmeter groß, drei Zimmer. Seit über zehn Jahren betreibt er das Geschäft. „Das Haus war sanierungsbedürftig. Wir haben Ferienwohnungen vermietet, um das Gebäude wieder herzurichten.“ Und dabei zugleich auf einen Trend gesetzt: „Unsere Gäste möchten leben wie ein Berliner. Ich begrüße sie persönlich, ich führe sie in die Nachbarschaft und in den Kiez ein, damit sich die Gäste wie zu Hause fühlen“, sagt la Barré.

Er ist zugleich Mitbegründer der Apartment Allianz Berlin, einem Lobbyverein mit aktuell 60 Mitgliedern, die insgesamt 700 möblierte Ferienwohnungen anbieten. „Wir haben die Apartment Allianz gegründet, um unsere Existenz zu verteidigen.“

Doch die spricht ihnen das Gericht nun ab. Die Vorsitzende Richterin betonte schon in der mündlichen Verhandlung, dass nach dem Gesetz der Bestandsschutz für Gewerbe wie Arztpraxen und Tagesmütter nicht auf Ferienwohnungen anzuwenden sei. „Der Gesetzgeber hat eine klare Abgrenzung zwischen Ferienwohnungen und anderem Gewerbe vorgenommen“, sagte sie.

Helge Sodan, selbst jahrelang Präsident des Verfassungsgerichtshofs Berlin, zweifelt das aber an. Er vertritt einen weiteren Kläger aus Schöneberg, stellvertretend für das Online-Vermietungsportal Wimdu. „Es hat sich ein neues Berufsbild herausgebildet. 40 Prozent der Ferienwohnungsnutzer wären gar nicht nach Berlin gekommen. Warum will Berlin auf diesen Tourismusfaktor verzichten“, fragt Sodan. Er kündigt an, vor die nächste Instanz, das Oberverwaltungsgericht zu ziehen.