Auch viele Tätowierer bieten aktuell ihre Dienste als Heimservice an. Das ist verboten - und birgt zudem Gefahren (Symbolbild).
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BerlinDas Geschäftsleben in Berlin steht in weiten Teilen still. Nicht nur Restaurants, Kneipen und Clubs haben geschlossen, auch Friseure, Tattoo-Studios und Massagepraxen sind von den strengen Schließ-Verordnungen betroffen. Vielen Selbstständigen und Ein-Mann-Betrieben droht die Pleite. Deswegen suchen sie Wege aus der Krise. Doch nicht jeder Weg, der funktioniert, ist auch legal.

Gerade hat der Senat angekündigt, Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mit 600 Millionen Euro Soforthilfen zu unterstützen. Das Geld wird dringend benötigt, und trotzdem wollen sich viele Kleinunternehmer nicht auf die versprochenen Kredite und Hilfsprogramme der Regierung allein  verlassen.

Digitaler Schwarzmarkt der Dienstleistungen 

So hat sich in den letzten Tagen ein neuer Schwarzmarkt der Dienstleistungen entwickelt, der laut Polizei allerdings streng verboten ist. Doch selbst hohe Strafen schrecken Friseure, Tätowierer oder auch Prostituierte nicht ab, ihre Leistungen auch als Hausbesuch anzubieten. Der offizielle Weg zur finanziellen Unterstützung führt über die Investitionsbank des Landes (IBB), bei der Zuschüsse von bis zu 5000 Euro beantragt werden können, und zwar ab Freitag.

Frühestens in drei Monaten könnte dann ein weiterer Antrag gestellt werden, je nach Verlauf und Dauer der Corona-Krise. Insgesamt stehen 600 Millionen Euro an Soforthilfen zur Verfügung. Die eine Hälfte des Geldes ist gedacht für Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten, Freiberufler und sogenannte Solo-Selbstständige zur Verfügung. Die andere Hälfte des Sofortprogramms ist für kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten gedacht. Sie können als Liquiditätshilfe zinslose Kredite von der IBB bekommen.

Eigeninitiative statt staatlicher Hilfen

Bisher haben gerade Mini-Unternehmen eher auf Eigeninitiative als auf staatliche Hilfen gesetzt – und sich andere Einnahmequellen und Vertriebskanäle gesucht. So bietet ein professioneller Masseur aus Charlottenburg, der eigentlich in einer Praxis arbeitet, seine Dienste bei Ebay an: Der Preis: 30 Euro für eine halbe Stunde – Verhandlungsbasis. „Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir bei WhatsApp, und vielleicht kann ich Ihnen schon in wenigen Stunden die verdiente Auszeit ermöglichen“, steht in dem  Angebot, das an einen Hilferuf erinnert.

Vor allem kleinen Läden droht wegen den Corona-Beschränkungen die Pleite. 
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In einem anderen Fall bietet eine Frau aus Reinickendorf ihre Dienste als Hundefriseurin an. Auch „Krallen, Augen und Ohren“ würden kontrolliert, heißt es in dem Angebot, das wie fast alle Inserate dieser Art erst in den vergangenen Tagen eingestellt wurde. Kurzfristige Massagen, Maniküren oder auch Friseurbesuche sind allerdings illegal. So heißt es in einem Tweet der Berliner Polizei auf Twitter: „Wahre Schönheit kommt von innen! Das sollten alle wissen, die versuchen, Hausbesuche zum Frisieren, zu Kosmetik, Nageldesign etc. zu vereinbaren“, so der Wortlaut der Mitteilung.

Polizei betont: Hausbesuche sind verboten

Dann geht es in ernsten Ton weiter: „Das ist im Sinne des Kontaktverbotes nicht sinnvoll und gemäß der Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus verboten.“ Tatsächlich werden hier schnell mehrere hundert Euro Strafe fällig. Sollten sich aufgrund der bewussten Missachtung des Kontaktverbots Menschen mit Corona infizieren, droht unter Umständen sogar eine Haftstrafe. Das Risiko, bei einem Hausbesuch von der Polizei erwischt zu werden, ist zwar eher gering.

Doch es drohen andere Gefahren, so zum Beispiel bei Tätowierungen, die derzeit ebenfalls als Hausservice angeboten werden. Hier drohen Infektionen, da in den wenigsten Wohnungen dieselben Hygienestandards wie in Tätowier-Studios gelten. Und das dürfte auch für viele andere Berufsfelder gelten.