Nach einem brutalen Angriff auf einen S-Bahn-Fahrer hat die Bundespolizei den Schläger festgenommen. Allerdings weiß sie nicht, wer er ist. Wie berichtet, war am 17. Juli am S-Bahnhof Halensee ein Zugführer der Ringbahn verprügelt worden. Der 42-Jährige lag bereits am Boden, als der Täter immer noch auf ihn eintrat. Dann flüchtete dieser. Was der Auslöser der Attacke war, ist nach Angaben eines Polizeisprechers noch unklar.

Nach einem veröffentlichten Zeugenaufruf gingen bei der Polizei mehrere Hinweise ein. Sie führten die Fahnder zu einem Restaurant, wo der Gesuchte als Kellner arbeitete. Von dort aus führte die Spur zu mehreren möglichen Wohnsitzen in Berlin. In einer der Wohnungen, in Charlottenburg-Wilmersdorf, nahmen die Beamten den Mann am Dienstagabend fest.

Die Tat gab er spontan zu. „Ich bin’s. Aber ich sage euch nicht, wer ich bin“, fügte er dann noch hinzu. Tatsächlich wissen die Ermittler nicht, mit wem sie es zu tun haben. Bei dem etwa 40-Jährigen fanden sie mehrere Pässe, die ihm verschiedene Identitäten verleihen. Dem Vernehmen nach sollen die vier Dokumente ihn als Bürger verschiedener südosteuropäischer Staaten ausweisen. Er soll bei mehreren Arbeitsstellen unter unterschiedlichem Namen gearbeitet haben.

Kriminaltechniker untersuchen jetzt, wer die Pässe in so hoher Qualität hergestellt hat. Der Mann wurde einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt.