Verdi fordert mehr Personal: Charité-Pfleger stimmen für unbefristeten Streik

An der Berliner Charité wollen die Pflegekräfte in den kommenden Wochen in einen unbefristeten Streik treten. In einer Urabstimmung votierten 96,4 Prozent der Mitglieder für die Arbeitsniederlegung, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel am Freitag. Der genaue Termin für den Ausstand steht demnach noch nicht fest. Die Charité kritisierte den Streikaufruf.

Die Arbeitsniederlegung werde aber „noch nicht nächste Woche“ beginnen, fügte Kunkel hinzu. Informationen zum Streikbeginn sowie den weiteren Planungen würden im Laufe der kommenden Woche bekannt gegeben. Wegen einer Notvereinbarung mit der Klinik muss der Streik an einer Station mindestens sechs Tage im Voraus angekündigt werden.

In dem Konflikt geht es vor allem um Forderungen der Pflegekräfte nach mehr Personal und besseren betrieblichen Normen und Arbeitsbedingungen.

Der Charité-Vorstand teile die Auffassung, dass eine bessere Personalausstattung wünschenswert wäre, erklärte die Klinik. Die Forderungen von Verdi seien jedoch ein gesamtgesellschaftliches Thema und beträfen alle Krankenhäuser in Deutschland. „Es kann deshalb nur auf der bundespolitischen Ebene gelöst werden“, sagte Charité-Sprecher Uwe Dolderer. Würden die Forderungen umgesetzt, müsste die Charité 600 zusätzliche Stellen im Pflegebereich schaffen - bei Kosten von bis zu 36 Millionen Euro. Dies ist im derzeitigen Finanzierungssystem für die Charité nicht bezahlbar. (dpa)