Rund 1000 Musikern im Lichtenberger Rockhaus droht der Rauswurf: Wie unsere Zeitung aus Kreisen der betroffenen Mieter erfuhr, haben Senatsvertreter diese am Mittwochabend über den Stand der Verhandlungen mit dem Eigentümer Shai Scharfstein informiert.

Die Verhandlungen seien "an einem guten Punkt" angekommen: Es bestehe die konkrete Möglichkeit, den Vertrag um 20 Jahre zu verlängern. Die Vereinbarung sei unterschriftsreif.

Inzwischen bestätigte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) die Vereinbarung im Berliner Abgeordnetenhaus. Zwar sei diese noch nicht unterzeichnet worden, aber: „Das Ergebnis wird sein, dass das Rockhaus bleibt und für die nächsten 20 Jahre gesichert ist.“ Damit werde es weiter Proberäume für bis zu 1000 Musiker geben. „Die Kündigung ist damit vom Tisch.“ Ursprünglich war den Musikern zum 30. Juni 2019 gekündigt worden. 

Senat will Kosten mittragen

Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen zwischen Senat und der Scharfstein Group.  Diese bewirbt das ehemalige DDR-Verwaltungsgebäude noch per Online-Anzeigen als Bürogebäude. Das Land Berlin werde sich an den Kosten für das Gebäudemanagement mit 2,50 Euro je Quadratmeter beteiligen, so Lederer.

Auf die Musiker kommen Mietsteigerungen zu. Der Vertrag soll eine Staffelvereinbarung beinhalten. Dennoch zeigten sich viele Mieter erfreut: Wäre keine Vereinbarung zustande gekommen, hätten sie innerhalb weniger Tage eine neue Bleibe finden müssen. Doch kurzfristig Raum für 1000 Schlagzeuger, Gitarristen und Sänger zu finden - das ist in der inzwischen durchgentrifizierten Hauptstadt inzwischen ein Ding der Unmöglichkeit. (mit dpa)