Neulich in einer 9. Klasse in Kreuzberg: Die Lehrerin will über den Islam sprechen. Fast alle Schüler sagen, sie seien stolz darauf, Muslim zu sein. Keiner weiß, was die Scharia – das islamische Recht – ist. Aber fast alle kennen Pierre Vogel. Der salafistische Hassprediger ist ein Popstar und ködert Jugendliche mit einfachen Botschaften. Dies ist nur ein Beispiel, das am Mittwoch im Verfassungsschutz-Ausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt wurde, bei einer Anhörung der Leiter von vier Beratungsstellen.

Wie also umgehen mit den vielen Schülern, die sich islamistisch radikalisieren, die Hasspredigern wie Pierre Vogel oder Deso Dogg auf den Leim gehen? Die Ratlosigkeit unter Lehrern ist groß. Zwar arbeiten in Berlin mehrere vom Bund geförderte Beratungsstellen wie Hayat, die Angehörige Jugendlicher betreut, welche in salafistische Kreise geraten sind. Es gibt die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus oder auch das Violence Prevention Network, das seit dem 1. April ein Deradikalisierungsprogramm für Dschihadisten betreibt – finanziert von der Senatsinnenverwaltung. Es gibt die Bildungseinrichtung Ufuq, die Lehrer und Sozialarbeiter schult, wenn es darum geht, Jugendliche vom Salafismus fernzuhalten.

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