Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, und Horst Seehofer (CSU, r), Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau.
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BerlinBerlin weist im bundesweiten Vergleich im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl die meisten Gewalttaten von Linksextremisten und Rechtsextremisten auf, berichtet die dpa. Das geht aus einer Aufstellung im Verfassungsschutzbericht 2019 des Bundesinnenministeriums (BMI) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Demnach wurden 205 Gewalttaten von Linksextremisten verübt, womit das kleine Bundesland Berlin sogar in absoluten Zahlen auf dem ersten Platz vor dem größten Bundesland Nordrhein-Westfalen (200 Taten) sowie Sachsen und Baden-Württemberg liegt.

Laut der schon länger vorliegenden Auswertung der Berliner Polizei geschahen rund die Hälfte der Taten bei Demonstrationen wie etwa am 1. Mai, als es zu Angriffen mit Flaschen- und Steinwürfen auf die Polizei kam. Auch rund um teilweise besetzten Häuser in der Rigaer Straße in Friedrichshain werden immer wieder Polizisten mit Steinwürfen angegriffen. Der Berliner Verfassungsschutz spricht von 980 gewaltbereiten Linksautonomen, die in der Hauptstadt aktiv seien.

Zunächst blieb unklar, warum die jetzt veröffentlichten Zahlen des Bundesinnenministeriums, die vom Bundeskriminalamt (BKA) stammen, von den bereits vorliegenden Zahlen der Berliner Polizei zum Teil deutlich abweichen. Während das BMI für 2019 und 2018 von 205 beziehungsweise 96 linksextremistischen Gewalttaten spricht, sind es in der Statistik der Berliner Polizei 257 beziehungsweise 290.

Rechtsextremisten waren im vergangenen Jahr in Berlin für 150 Gewalttaten verantwortlich. In absoluten Zahlen hat nur Nordrhein-Westfalen mit 158 Taten einen etwas höheren Wert. Auf den Plätzen drei und vier liegen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Laut der Statistik der Berliner Polizei waren 115 dieser rechtsextremistischen Gewalttaten Körperverletzungen, 27 Fälle wurden als versuchte Erpressungen registriert und es gab ein versuchtes Tötungsdelikt. Der Berliner Verfassungsschutz zählt in seinem aktuellen Bericht 700 gewaltbereite Rechtsextremisten in der Hauptstadt.