Berlin - Die von der Initiative Deutsche Wohnen und Co enteignen geplante Vergesellschaftung von Wohnungen großer Unternehmen soll den Landeshaushalt nicht belasten und ohne Aufnahme von Bankkrediten möglich sein.  Das geht aus dem Entwurf für ein Vergesellschaftungsgesetz hervor, den die Initiative am Montag präsentierte. Als Art der Entschädigung schlägt die Initiative die Ausgabe von Anleihen durch den künftigen Verwalter der Wohnungen, eine Anstalt öffentlichen Rechts, vor. „Entschädigungsbonds“ sollen die Wertpapiere heißen, sagte der Sprecher der Initiative Sebastian Schneider. Die Anstalt öffentlichen Rechts soll den Namen „Gemeingut Wohnen“ tragen.

Als Entschädigung sollen an die Unternehmen über die Dauer von 40 Jahren alle Erträge abgeführt werden, die nicht für die Bewirtschaftung der Wohnungen erforderlich sind - bei fairen Mieten. Die Höhe der fairen Mieten soll laut der Initiative anfänglich auf 4,04 Euro je Quadratmeter festgelegt werden. Diesen Wert hat die Initiative abgeleitet aus der Höchstmiete, die sich ein armutsgefährdeter Haushalt noch leisten kann. Nach Lage und Ausstattungen sind Differenzierungen vorgesehen. So sind für Wohnungen in einfacher Lage 18 Cent und für Wohnungen in mittlerer Lage 6 Cent je Quadratmeter abzuziehen. Für Wohnungen in guter Lage sind wiederum 47 Cent je Quadratmeter aufzuschlagen, bei einer modernen Ausstattung kommen jeweils weitere 64 Cent je Quadratmeter hinzu. „Auf Basis unseres Faire-Mieten-Modells beläuft sich die Entschädigung für rund 243.000 Wohnungen auf rund 10 Milliarden Euro“, sagte Schneider. Die amtliche Kostenschätzung des Senats geht dagegen, wie berichtet, von einer Entschädigung in Höhe bis zu 36 Milliarden Euro aus.

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