Andreas Geisel (SPD), Berlins Innensenator, will den Verkauf von Schreckschusspistolen einschränken.

BerlinAngesichts der großen Verbreitung von Schreckschusspistolen werden Forderungen aus der Politik nach schärferen Bestimmungen lauter. Der Verkauf dieser Pistolen sollte an den sogenannten Kleinen Waffenschein gekoppelt werden, verlangen etwa die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) und die Grünen im Bundestag. Geisel sagte kürzlich, es könne nicht sein, dass man Schreckschusswaffen kaufen dürfe, ohne diesen Waffenschein vorzulegen.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete und Ex-Polizistin Irene Mihalic sieht das genauso und betonte auf dpa-Anfrage, Schreckschusswaffen dürfe man nicht bagatellisieren. „Der leichte Zugang zu solchen Waffen bedeutet eine relevante Gefahr.“

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Die GdP spricht von geschätzt mindestens 15 Millionen dieser Waffen in Deutschland. Der Trend sei beunruhigend, teilte der Vize-Vorsitzende Jörg Radek der dpa mit.

Erlaubt ist der Kauf und Besitz dieser sogenannten Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (SRS-Waffen) für jeden Erwachsenen. In der Öffentlichkeit mit sich herumtragen darf man sie aber nur, wenn man einen sogenannten Kleinen Waffenschein besitzt. Den erhält man, wenn man keine Vorstrafen hat und eine Gebühr von 50 Euro bezahlt. Ende September 2019 waren nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 650 000 solcher Waffenscheine im Nationalen Waffenregister gemeldet. Die Zahl der Kleinen Waffenscheine steigt seit Jahren. Das Schießen mit Schreckschusswaffen ist in der Öffentlichkeit aber ausdrücklich verboten.