Wo, wenn nicht hier? Warum der Hackesche Markt autofrei werden muss

Berliner Planer müssten nicht viel erklären, wenn das Viertel in Mitte zum Fußgängerbereich würde. Es drängt sich auf. Und das hat Gründe. Ein Kommentar.

Leere Fahrbahn, voller Gehweg: Alltag am Hackeschen Markt in Mitte.
Leere Fahrbahn, voller Gehweg: Alltag am Hackeschen Markt in Mitte.imago/Schöning

Die Aufregung über die Friedrichstraße hat sich noch nicht gelegt, da gerät der nächste mögliche Fußgängerbereich in den Blick. Doch während weiterhin ungewiss ist, ob sich der Dauerstreit um den Straßenabschnitt rund um die Galeries Lafayette wirklich lohnt, ist es beim Hackeschen Markt anders.

Die Friedrichstraße war immer schon ziemlich leer, dagegen ist im Shoppingviertel unweit vom Alexanderplatz fast rund um die Uhr etwas los, und auf den Gehwegen drängen sich die Menschen. Mit anderen Worten: Der Aufwand, den die Schaffung neuer Fußgängerbereiche mit sich bringt, wäre am Hackeschen Markt besser investiert, und es würden mehr Menschen profitieren.

Die Straßenbahn muss weiterhin fahren am Hackeschen Markt

Es ist eine Idee, die es schon seit Jahren gibt. Was die Zahl der Einkaufsbummler anbelangt, so belegt der Hackesche Markt im berlinweiten Ranking verlässlich einen der oberen Plätze. In den Ranglisten findet man ihn dicht hinter der City West und dem Alexanderplatz.

Es ist ein Shoppingdistrikt, der es ohne viel Marketing in etliche Berlin-Reiseführer geschafft hat. Und ein funktionierendes Stück Berliner Innenstadt, das dank Kinos, Kneipen und Restaurants auch zu später Stunde und am Wochenende viele Menschen anzieht. Der Fußverkehr dominiert und Autos sind schon heute ziemlich spärlich unterwegs. Hauptrouten verlaufen anderswo.

Damit ist der Hackesche Markt eines der wenigen Gebiete in Berlin, wo man die Einrichtung eines Fußgängerbereichs nicht groß rechtfertigen müsste, wo Planer und Politiker nicht viel zu erklären hätten. Wenn man sieht, wie viele Fußgänger sich dort tummeln, drängt sich das geradezu auf. Natürlich muss die Straßenbahn weiterhin fahren – wie am Alexanderplatz. Und für Radfahrer (die den Bereich wegen der Tramgleise ohnehin meiden) sind Alternativrouten zu schaffen.

Doch das sind Details. Der Grundsatz ist klar: Wenn Berlin einen neuen Fußgängerbereich braucht – wo sonst, wenn nicht hier?