Berlin - Seit mehr als drei Jahren sind die Taxi-Fahrpreise in Berlin stabil. Doch lange lässt sich das nicht mehr durchhalten, sagt Uwe Gawehn, der Erste Vorsitzende der Innung des Berliner Taxigewerbes. „Unsere Kosten sind enorm gestiegen.“ Darum sollen die Tarife noch in diesem Jahr erhöht werden, kündigt Gawehn an.

In wenigen Tagen wollen die Innung, der Taxi Verband Berlin Brandenburg (TVB) und Taxi Deutschland beim Senat eine Preiserhöhung beantragen. Geplant ist, dass sich die Taxifahrten um durchschnittlich sieben bis acht Prozent verteuern.

Heute werden bis zu einer Entfernung von sieben Kilometern noch 1,65 Euro pro Kilometer fällig, ab sieben Kilometern sinkt der Tarif dann auf 1,28 Euro. Künftig soll der Kilometerpreis erst nach zehn Kilometern wechseln, berichtet der Innungs-Chef. Bis zu dieser Entfernung soll er in Zukunft 1,84 Euro betragen, darüber sollen 1,43 Euro pro Kilometer fällig werden.

„Wir wollen aber auch eine Preissenkung beantragen“, sagt Gawehn. Wer ein Taxi auf der Straße herbeiwinkt oder an einem Halteplatz einsteigt, soll statt derzeit 3,20 nur noch 3 Euro Grundgebühr zahlen. Wer dagegen sein Taxi zum Beispiel per Telefon bestellt, müsse mehr ausgeben: „Laut Antrag soll die Grundgebühr in diesem Fall künftig vier Euro betragen.“

Kurzstreckentarif bleibt erhalten

Ansonsten wird die Tarifstruktur nicht verändert. So sollen die vor Jahren abgeschafften Zuschläge für Fahrten in der Nacht und an Sonntagen nicht wieder eingeführt werden, berichtet der TVB-Vorsitzende Detlev Freutel. Solche Forderungen waren in den anderen Verbänden laut geworden.

Einen neuen Gepäcktarif wird es ebenfalls nicht geben. Auch eine weitere Veränderung sei nach langen Gesprächen vom Tisch, sagt Freutel: Wartezeiten von bis zu einer Minute Dauer, zum Beispiel vor Ampeln oder im Stau, bleiben für die Fahrgäste weiterhin kostenfrei. Die Fahrpreise dürften sich nicht je nach Verkehrslage ändern.

Die Verbände kamen auch überein, den Kurzstreckentarif zu erhalten. Wer auf der Straße ein Taxi herbeiwinkt und bis zu zwei Kilometer mitfährt, zahlt momentan pauschal vier Euro. „Bei diesem Preis sollte es unserer Meinung nach bleiben“, so Gawehn. Dem Vernehmen nach ist das aber in der Branche noch nicht ganz klar. Es gibt auch Forderungen nach einer Erhöhung des „Winkemanntarifs“ – auf bis zu fünf Euro.

Ob die beantragten Fahrpreise tatsächlich in Kraft treten, ist heute noch nicht abschätzbar. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung trifft letztlich die Entscheidung.

Wieder Protest am Flughafen Tegel

Am Montag gab es am Flughafen Tegel erneut Proteste gegen die Gebühren, die Taxifahrer dort und am künftigen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zahlen müssen. In Tegel werden pro Abfahrt 50 Cent kassiert, am BER sollen es dann 1,50 Euro sein. „Das nehmen wir nicht hin“, sagt Dirk Deinert vom Berliner Taxibund.

Am Montagmorgen fuhren Taxifahrer in Tegel am Nachrückeplatz vorbei, um die Gebühr zu sparen. Manche weigerten sich auch, Fahrgäste zu befördern. Am Mittwoch von 7 bis 12 Uhr gehen die Proteste weiter, kündigt Deinert an.