Die Zahl der Gewaltdelikte in den Berliner Bussen, U- und Straßenbahnen ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) registrierten zudem weniger Schäden durch Vandalismus und Farbschmierereien. Es gibt auch weniger schwere Angriffe auf das Personal des Landesunternehmens. Das geht aus einer aktuellen Analyse für den BVG-Vorstand hervor, die der Berliner Zeitung vorliegt.

Zwar kommt es in Berliner Bussen, Bahnen und Bahnhöfen immer wieder zu Straftaten wie Raub, Körperverletzung und Graffiti. Doch daraus lässt sich nicht ableiten, dass Berlins Nahverkehr unsicher ist. Gemessen an der großen Zahl der Fahrten, die täglich mit der BVG absolviert werden, ist die Zahl der Gewalttaten gering.

Wurden in der Berliner U-Bahn im Jahr 2006 noch 6,02 Gewaltdelikte je eine Million Fahrten registriert, waren es im vergangenen Jahr nur noch 4,38. Eine ähnliche Entwicklung wurde auch aus dem Bus- und Straßenbahnverkehr gemeldet. Die Zahl der Körperverletzungen, die von der Polizei im Bereich der BVG aufgenommen wurden, sank innerhalb dieses Zeitraums von 2769 auf 2373.

Geringere Vandalismusschäden

Die Zahl der gemeldeten Raubtaten ging von 739 auf 430 zurück, so die BVG.„Wie man anhand der Kriminalstatistik ablesen kann, sinkt die Zahl der Übergriffe stetig“, sagte die BVG-Sprecherin Petra Reetz. „Leider ist die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit eine andere.“

Positive Entwicklungen wurden auch aus anderen Bereichen gemeldet. Im Jahr 2006 musste die BVG noch für insgesamt 8,7 Millionen Euro Vandalismusschäden beheben, im vergangenen Jahr beliefen sich diese Kosten auf vier Millionen Euro. Die Zahl der Angriffe auf das BVG-Personal, die zu Arbeitsunfähigkeit führten, ging von 612 auf 173 zurück, hieß es.

„Die BVG ist in der Tat sicherer geworden“, sagte Frank Bäsler von der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag. „Doch das hat auch damit zu tun, dass seit einiger Zeit endlich in die Sicherheit investiert wird – so, wie wir das viele Jahre lang gefordert haben.“ Damit der Trend anhält, müsse das Landesunternehmen nun weitere Investitionen folgen lassen. „Wir brauchen mehr eigenes Personal auf den Bahnhöfen“, sagte Bäsler. Arne Wabnitz von der Gewerkschaft der Polizei forderte, dass es wie früher wieder gemeinsame Streifen der BVG und der Polizei geben müsse.