Regierungsviertel - Berlins Autofahrer müssen sich auf neue Wege durch das Parlaments- und Regierungsviertel einstellen. Wie die Senatsverwaltung für Verkehr am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, soll in der kommenden Woche die bisherige Umfahrung der Schweizer Botschaft entfallen.

Die provisorische Straße wird gesperrt und dann komplett zurückgebaut, um Platz zu machen für die Vollendung des Spreebogenparks. Künftig werden Autos zwischen Heinrich-von-Gagern-Straße und der Straße Alt-Moabit nicht mehr um die Schweizer Botschaft herum fahren, um über die Willy-Brandt-Straße zur Moltkebrücke zu gelangen. Stattdessen werden sie nach der Überquerung des Forums zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus im großen Bogen über die Konrad-Adenauer-Straße und die Kronprinzenbrücke bis zum Kapelle-Ufer fahren – von wo sie entlang der Spree zur Straße Alt-Moabit gelangen. Von Nord nach Süd geht es in umgekehrter Richtung.

Ein Relikt aus der Zeit, als der Autotunnel unterm Tiergarten errichtet wurde

Der Spreebogenpark soll nach Plänen des Schweizer Büros Weber und Sauer vollendet werden. Vorgesehen ist danach, dass anstelle des Asphalts Bäume und Sträucher gepflanzt werden, außerdem wird Rasen angelegt. Die Willy-Brandt-Straße darf künftig zwischen Moltkebrücke und Otto-von-Bismarck-Allee, an der sich die Schweizer Botschaft befindet, nur noch von Radfahrern, Fußgängern und Anliegern genutzt werden. Änderungen gibt es auch bei den angrenzenden Straßen. So soll die Asphaltpiste zwischen Kanzleramt und Paul-Löbe-Haus je Richtung eine 3,25 Meter breite Fahrspur sowie einen zwei Meter breiten Radstreifen erhalten.

Die Arbeiten für den Park sollen bis zum Sommer nächsten Jahres abgeschlossen werden. Die Änderungen an den anderen Straßen dauern bis 2020. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 4,2 Millionen Euro. Sie werden zu 64 Prozent vom Bund und zu 36 Prozent vom Land Berlin getragen.

Die Umfahrung der Schweizer Botschaft ist ein Relikt aus der Zeit, als der Autotunnel unterm Tiergarten (1995 bis 2006) errichtet wurde. Der Durchgangsverkehr quälte sich damals oberirdisch durch den Spreebogen. Weil das Kanzleramt den Verkehr nicht direkt vor seinem Dienstsitz vorbeirollen lassen wollte, wurde die Umfahrung um die Schweizer Botschaft angelegt. Die Fahrzeuge blieben so auf Distanz.