Verkehrskontrollen der Polizei: Der Blitzmarathon im April 2016 fällt in Berlin aus

Für alle Autofahrer, die sich von Tempokontrollen genervt fühlen, ist es eine gute Nachricht. Insider erwarten, dass es im April 2016 keinen Blitzmarathon gibt. Die Betreuung der Flüchtlinge belaste die Polizei zusätzlich, ihr fehlten derzeit die Kapazitäten, sagen sie.

Der Blitzmarathon am 16. April 2015 war in Berlin die dritte Großaktion dieser Art. In der Stadt waren tausend Polizistinnen und Polizisten an 250 Stellen im Einsatz, mit Radar-, Laser- und Infrarotgeräten. Eigentlich sollte sich die Innenministerkonferenz (IMK) im Herbst mit der nächsten großen Tempokontrolle befassen. Doch dazu kam es nicht, so der Senat.

„Es ist richtig, dass die Vorbereitung des länderübergreifenden Blitzmarathons im April 2016 bundesweit zurückgestellt wurde“, teilte ein Sprecher der Berliner Innenverwaltung mit. Wann dies auf die Tagesordnung kommt, sei bislang „noch nicht entschieden“ worden. Auch im Dezember war der Blitzmarathon „kein Thema“, sagte Marco Pecht. Er ist Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministers Roger Lewentz (SPD), der 2015 Vorsitzender der IMK war.

„Falsche Botschaft“

Pechts Eindruck ist, dass einige Bundesländer dem Blitzmarathon „derzeit kritisch gegenüberstehen, weil an einem Tag sehr viele Polizeikräfte gebunden werden. Das wird angesichts der hohen Belastung bei der Polizei auch wegen der aktuellen Flüchtlingssituation skeptisch gesehen, kann sich aber sicher auch wieder ändern.“ Lewentz habe öffentlich gesagt, dass sich Rheinland-Pfalz im Frühjahr 2016 nicht beteiligen werde, wenn die Flüchtlingssituation auf dem hohen Niveau konstant bleibt.

Beim Blitzmarathon am 16. April hatte die Berliner Polizei allein von 6 bis 12 Uhr 1221 Schnellfahrer festgestellt. Die Unfallzahl war aber nicht niedriger als an vergleichbaren Tagen. Die Aktion habe die falsche Botschaft transportiert, kritisierte Siegfried Brockmann, der die Unfallforschung der Versicherer leitet, im April. „Der Blitzmarathon führt den Autofahrern ins Bewusstsein, wie gering die Kontrolldichte normalerweise ist.“