Berlin - Die Verkehrslenkung Berlin (VLB) wird aufgelöst und voraussichtlich bis Ende kommenden Jahres als Abteilung VI in die Senatsverkehrsverwaltung eingegliedert. Mit diesem Schritt will Senatorin Regine Günther (für Grüne) das seit Jahren herrschende Chaos in und um die Behörde beenden. Zuvor hatte ein Gutachten genau diese Neustrukturierung empfohlen. Eine Beibehaltung der jetzigen Organisation sei nicht ratsam.

Die VLB mit knapp 130 Mitarbeitern ist unter anderem für die Ampel-Einrichtung und -Steuerung, die Verkehrsführung an Baustellen, die Einrichtung von Busspuren oder Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie die Beseitigung potenziell gefährlicher Stellen auf den Straßen verantwortlich. Diesen Aufgaben wurde die Behörde mit Sitz am Flughafen Tempelhof zuletzt jedoch immer weniger gerecht. Klagen häuften sich, dass die VLB Bauarbeiten teils um ein Jahr verzögerte. Dazu kam, dass die Behörde seit April 2018 keine Führung mehr hat. Ihr letzter Leiter, Axel Koller, war nach einem guten halben Jahr zur BSR gewechselt. 2015 war Jörg Lange entlassen worden, anschließend wurde der pensionierte Leiter der Stadtgüter, Peter Hecktor, kommissarisch an die Spitze gesetzt, bis Koller kam.

Zahl der Schnittstellen soll verringert werden

Mit der Überführung der VLB in die Verwaltung soll die Zahl der Schnittstellen zwischen verschiedenen Verkehrslenkern verringert werden, sagte Günthers Sprecher Jan Thomsen der Berliner Zeitung. Denn neben der VLB widmen sich Mitarbeiter der Senatsverwaltung und der Bezirke ähnlichen Aufgaben.

Der Grünen-Verkehrsexperte Harald Moritz hofft, dass die Neustrukturierung dazu führt, die Vakanz an der Spitze der Verkehrslenkung zu beenden, wie er dem Tagesspiegel erklärte. Ein Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung verdient mehr als der Leiter einer VLB als nachgeordnete Behörde. Nach dem Abgang Kollers war es nicht gelungen, die Stelle über eine Ausschreibung zu besetzen.

Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hält die Maßnahme für überfällig. Angesichts eines „Versagens“ der Verkehrsverwaltung zum Beispiel beim Radwegeausbau sei aber nicht zu erwarten, dass sich die Verhältnisse verbesserten. Er schlägt vor, die Aufgaben der VLB auf die Verkehrsmanagementzentrale und die Bezirke umzuverteilen.