Berlin - Berlin wird Schauplatz eines neuen Verkehrs-Versuchs. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will von 2013 an erproben, wie die Straßen für Fußgänger sicherer gemacht werden. Dazu sollen zwei oder drei Bereiche zu Tempo-20-Zonen erklärt und umgestaltet werden. Nach Informationen der Berliner Zeitung steht nun fest, welche Straßen in die engere Auswahl kommen werden.

Zu den Favoriten gehört dem Vernehmen nach der ehemalige Checkpoint Charlie (Mitte/ Kreuzberg) mit der Zimmerstraße. Fachleute aus Verbänden und Verwaltung sprachen sich zudem dafür aus, auch die Neue Schönhauser Straße in Mitte auf die Auswahlliste zu setzen. Die Bergmannstraße in Kreuzberg zwischen Marheinekeplatz und Mehringdamm sowie die Maaßenstraße in Schöneberg zwischen Nollendorf- und Winterfeldtstraße haben ebenfalls Chancen, in den Versuch einbezogen zu werden, hieß es am Freitag.

In den Testgebieten sollen nicht nur Tempo-20-Schilder aufgestellt werden. Auch kleinere Straßen-Umbauten soll es geben, zum Beispiel Aufpflasterungen – Pflasterwege, die Passanten über die Fahrbahn führen. Oder „Portale“ – Gehwegerweiterungen, die Fahrern zeigen, dass sie in einen besonderen Bereich gelangen. Auch Zebrastreifen, Mittelinseln sowie andere Querungshilfen für Fußgänger und Haltverbote sind geplant.

Ampelversuche starten November

Damit gewinnt ein zentrales Projekt aus der Fußverkehrsstrategie des Senats an Tempo. Es begann unter dem Schlagwort Begegnungszonen. So heißen in der Schweiz fußgängerfreundliche Tempo-20-Bereiche, in denen Passanten das Vortrittsrecht haben, Autos müssen warten.

Doch das Bundesverkehrsministerium lehnt es ab, diese Regelung 1:1 nach Deutschland zu übernehmen. Ein Vortrittsrecht wäre mit Tempo 20 unvereinbar – zu unsicher. Damit wird es in Berlin „Begegnungszonen light“ geben, für die der Senat bei der demnächst anstehenden Bürgerbeteiligung eine neue Bezeichnung finden möchte.

Schon von November an will der Senat zwei neuartige Ampelschaltungen erproben – an jeweils drei Stellen, sagte Staatssekretär Christian Gaebler (SPD). Unter anderem an der Holzmarkt-/ Alexanderstraße wird das „Grünblinken“ getestet. Vor dem Ende der Räumzeit, die zum Überqueren der Straße zur Verfügung steht, beginnt das grüne Signal zu blinken. Beim „Rotblinken“ ist es das Rotlicht – dies soll zum Beispiel an der Französischen/ Charlottenstraße erprobt werden. Beide Schaltungen dienen dazu, die Fußgänger über die Abläufe zu informieren, damit sie sich darauf einstellen können.