Verkehrssicherheit: Potsdam will mehr für die Radler tun

Potsdam - Die Landeshauptstadt will sich mehr um die Sicherheit von Radfahrern kümmern. Untersucht würden gefährliche Strecken und Stellen in ganz Potsdam, sagte am Montag der Beigeordnete für Bauen und Verkehr, Matthias Klipp (Grüne). Auch eine Ausweitung von Tempo-30-Gebieten für den motorisierten Verkehr werde erwogen.

Anlass ist ein tödlicher Unfall vor einer Woche auf der Pappelallee, einer innerstädtischen Hauptverkehrsader: Eine Radfahrerin war von einem abbiegenden Lastwagen erfasst worden und ihren schweren Verletzungen erlegen.
Das Ereignis löste in der Potsdamer Öffentlichkeit eine anhaltende Debatte über die Sicherheit von Radlern aus – obwohl oder gerade weil es der erste tödliche Unfall dieser Art in der Stadt seit 2010 war.

Klipp betont denn auch, das Radfahren in Potsdam sei grundsätzlich sicher. Hundertprozentige Garantie könne kein Verkehrssystem bieten: „Menschen übersehen auch mal was, das wird es wieder geben.“

Dennoch will die Stadtverwaltung tätig werden, um Risiken zu verringern. Neben Sofortmaßnahmen an der jüngsten Unfallstelle – frische Rotmarkierung und zusätzliche Warnschilder – stehen insbesondere alle Zwei-Richtungs-Radwege in der Stadt auf dem Prüfstand.

Sie seien dann problematisch, wenn die Nutzerzahlen steigen, so Klipp – was in einer rasch wachsenden Stadt wie Potsdam, die noch dazu auf umweltfreundlichen Verkehr setzt, eher die Regel als die Ausnahme ist. Neue Radwege für beide Fahrtrichtungen will die Stadt jedenfalls nicht mehr ausweisen.

Schutzstreifen in der Kritik

Auf Kritik stoßen bei vielen Bürgern zudem die Schutzstreifen für Fahrräder auf den Straßen: Autos dürfen sie zwar nur „im Bedarfsfall“ befahren, so der Potsdamer Radbeauftragte Torsten von Einem. Es gebe bislang auch keine Hinweise auf höhere Unfallrisiken. In der Praxis aber führt das Nebeneinander von Motor- und Radverkehr auf derselben Fahrbahn zu großer Verunsicherung, wie Beschwerden nach dem Todesfall zeigen.

Die Polizei will nun nochmals prüfen, wie gefährlich die Schutzstreifen sind.

Die Stadtverwaltung machte allerdings klar, welche Grenzen für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bestehen: Manchmal sei in engen Straßen nur Platz für Zwei-Richtungs-Radwege oder Schutzstreifen. Letztere seien zudem deutlich billiger als Radwege. Dennoch wolle die Stadt an besonders riskanten Stellen Umbauten vornehmen, so Klipp, „wenn sie machbar sind“.