Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg: Fahrpreise für Bahn und Bus bleiben 2018 stabil

Eine gute Nachricht für die Fahrgäste in Berlin und Brandenburg: Die Fahrpreise des Nahverkehrs werden im kommenden Jahr nicht erhöht. Die Tarife der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der S-Bahn und der anderen Unternehmen ändern sich 2018 nicht. Das teilte ein Sprecher des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) auf Anfrage mit. Der VBB koordiniert den Nahverkehr in beiden Bundesländern.

Mitte des Jahres hatte der Verkehrsverbund bereits in Aussicht gestellt, dass die Fahrpreise für Bahnen und Busse stabil bleiben könnten. Jetzt steht fest, dass es tatsächlich so kommen wird. „Der Stand, der im Juni erläutert wurde, ist weiterhin aktuell“, hieß es beim VBB.

Tariferhöhung würden Kosten für Umstellung nicht decken

Anders als in anderen Regionen wird in Berlin und Brandenburg nicht frei entschieden, ob und in welchem Maße die Tarife steigen. Hier orientiert man sich an einem Index, der regelmäßig errechnet wird. Diese Maßzahl gibt an, wie sich Lebenshaltungs-, Strom- und Kraftstoffkosten in den vergangenen fünf Jahren entwickelt haben.

Schon 2016 fiel der Index sehr niedrig aus, weil die allgemeine Teuerung gering war. Darum stiegen die Fahrpreise im Schnitt nur um 0,56 Prozent – auch wenn bei einzelnen Tickets der Preisanstieg höher war. Diesmal ist der Index dem Vernehmen nach sogar noch niedriger. Das würde dazu führen, dass die zusätzlichen Erträge die Kosten einer Tarifumstellung nicht einspielen würden. Unterm Strich würden die Verkehrsbetriebe draufzahlen – das soll vermieden werden.

„Das ist gut und richtig“

Möglich, dass auch die rot-rot-grüne Koalitionsvereinbarung Wirkung gezeigt hat. Darin heißt es, dass eine Facharbeitsgruppe gegründet wird, die unter Leitung der Senatsverwaltung die künftige Tarifgestaltung erarbeitet. So lange werden die Fahrpreise eingefroren.

Während sich die Bahn- und Busnutzer in Berlin und Brandenburg auf eine Nullrunde einrichten können, sind anderswo Fahrpreiserhöhungen zum 1. Januar 2018 absehbar. In den Verkehrsverbünden Rhein-Ruhr und Stuttgart sollen die Tarife im Durchschnitt um 1,9 Prozent steigen. Die VAG in Nürnberg kassiert sogar drei Prozent mehr.

Der Berliner Fahrgastverband IGEB begrüßte es, dass 2018 auf eine Tarifanhebung verzichtet wird. „Eine Atempause für die Fahrgäste – das ist gut und richtig“, sagte Sprecher Jens Wieseke am Mittwoch.

Das Problem Einzelfahrschein

Doch das dürfe nicht davon ablenken, dass noch viel zu tun sei. So wartet der Verband schon seit Jahren darauf, dass das Fahrpreissystem reformiert wird. Wie bis 2004 müsse es die Möglichkeit geben, mit einem Einzelfahrschein innerhalb von zwei Stunden auch wieder zurück zu fahren. „Das muss endlich angegangen werden“, so Wieseke.

Auch der Ausbau des Straßenbahnnetzes müsse endlich vorangehen. „Außer Ankündigungen haben wir vom Senat bislang nichts dazu gehört“, so der IGEB-Sprecher. So hätten die Genehmigungsverfahren für die Strecken zum Ostkreuz, zur Turmstraße sowie von der Wissenschaftsstadt Adlershof nach Schöneweide noch nicht begonnen. Im Januar hatte es geheißen, dass sie im dritten Quartal 2017 starten. Ende 2020 sollten die Bahnen fahren.